Chari la

Törn 2008

Schweden - Teil 1

Das Wochenende bei Günther und Marlene war, sehr gemütlich und es wurde wie nicht anderes zu erwarten viel und gut gegessen. u.a. Strömming, gebratene Heringe, eingelegten Sill, warm geräucherten Lachs, viel Salat und leckere schwedische Kartoffeln. Günther hat sich neben dem Haus einen tollen Räucherofen gebaut, daneben einen gemauerten Tisch mit Marmorplatte, damit er dort die zu räuchernden Fische vorbereiten kann. Die Männer haben den neuen Anker am Heck befestigt.

Montag ( 14.7.) nach dem Frühstück nahmen wir dann Abschied, etwas unschlüssig, ob wir nun außen in den Schären bleiben wollen oder durch den Mälaren segeln. Der Wetterbericht hatte weiter Südwest gemeldet, also gegen an, so fiel die Entscheidung für Mälaren und den Södertäljekanal. Teils unter Segeln, teils mit Maschine erreichten wir am frühen Nachmittag die kleine Insel Härsö 5,5 sm südöstlich von Saltsjöbaden an der Ostseite des Gränöfjärden. Zwei Ankerbuchten waren im Buch (Törnführer Schweden von Gerti un Harm Claußen) beschrieben. Nachdem uns die drei Boote in der ersten (Kastviken) ganz offensichtlich nicht haben wollten, es ist der Sommerhafen eines Segelvereins, aber es hieß im Buch, Gäste seien willkommen, gingen wir in die andere, Norra Hamnen. Dort machten wir als erste an der einzigen Heckboje und an Haken im Felsen fest. Auch hier gab es einen Holzsteg an den Felsen, der den Ausstieg sehr bequem machte. Der Ankerplatz wurde dann bis zum Abend noch gut gefüllt. Wie im Buch empfohlen, machte ich mich bald auf den Weg den Berg Domkyrka zu besteigen. Die Aussicht von dort oben war eine echte Belohnung.

       

 

Dienstag (15.7.) mutierte unsere Chari-La mal wieder zum Motorboot, der Wind kam von vorne, auf dem Weg Richtung Stockholm. Bevor wir durch die Danviksbron und Hammerbyslussen in den Mälaren kamen, machten wir eine Hafenrundfahrt durch Schwedens Hauptstadt. Angelegt haben wir dann am Abend in der Slagsta Marina am Eingang zum Södertäljekanal, da wir keine Lust mehr hatten noch weiter zu motoren. Diese Marina kann ich nicht empfehlen, 180,- Kronen, plus 50,- für Strom. Toiletten und Duschen in schlechtem Zustand. Am Abend saßen wir auf dem Nachbarschiff, der Artus aus Gelting. Über das bevorstehende Wetter waren die Männer ins Gespräch gekommen. Auch am Mittwoch (16.7.) kam der kräftige Wind von vorne. Segler in Badehose kamen uns vor dem Wind segelnd entgegen. Von der Landschaft her hatten wir das Gefühl uns auf einem Gebirgssee in 2000 m Höhe zu befinden. Unser Ziel, Mariefred erreichten wir um 14.00 Uhr und Addi und Renate Wiesmann von der Artus standen schon am Steg, wo wir die letzte freie Lücke an der Heckboje des Nachbarschiffes ergatterten. So lag Chari-La nun zum dritten Mal in ihrem Seglerleben vor Schloß Gripsholm. Der Nachmittagsspaziergang führte uns durch den hübschen kleinen Ort zum Grab von Kurt Tucholski und durch den Park von Schloß Gripsholm. Am Abend saßen wir mit Wiesmanns bei uns an Bord und dezimierten Wolfgangs Weinvorrat.

           

Donnerstag (17.7.) konnten wir uns zunächst nicht entscheiden, ob wir in Mariefred bleiben oder nicht. Der Wetterbericht meldete Regenschauer, also bleiben. Der Ort lädt auch durchaus zum Bleiben ein und geregnet hat es auch nur kurz. Am morgen haben wir dann erstmalig , obwohl schon das dritte mal hier, das Schloß Gripsholm von innen besichtigt. Zudem hatte ich gestern schon die Bücherei ausfindig gemacht und wußte, sie hat am Donnerstag Nachmittag geöffnet. Mit meiner Vermutung, dort Internet kostenlos nutzen zu können, lag ich richtig, nur ging das nicht mit dem eigenen Notebook, also nahm ich meinen USB-Stick mit, auf den ich vorher alles wichtige geschaufelt hatte. Etwas schwierig war es dann mit den Befehlen, denn der Rechner dort konnte nur Schwedisch. Ich werde in unserem Schwedischkurs im Herbst anregen, daß wir diesbezügliche Vokabeln lernen. So verbrachten wir den Tag mit Bummeln, Gammeln, Schlafen, Essen und trafen uns am Abend mit Renate und Addi, diesmal auf der Artus.

Am Freitag (18.7) hieß es für beide Boote Leinen los in Mariefred und Segel gesetzt. Diesmal hatten wir schönen Segelwind, aber unser neues Ziel, die Wikingerinsel Björkö hatten wir schon Mittags nach knapp 13 Seemeilen erreicht. Außen am Steg lagen Boote längsseits (300,- Kronen Liegegebühr), dahinter lag man mit Heckanker (100,- Kronen), leicht quer zum Wind. Der Pilz hielt mal wieder nicht, was wir allerdings erst merkten, als es für eine halbe bis dreiviertel Stunde mit 7 bis 8 Beaufort über den Hafen kachelte. Man hatte den Eindruck, die Boote zerlegen den Steg, da war vielleicht was los. Alle waren hektisch mit Fendern und Leinen beschäftigt. Bei uns hieß es Schlauchboot raus, aufgepumpt und den neuen Anker ausgebracht. Er hielt prima, aber auch der Hack war so plötzlich wieder vorbei, wie er gekommen war. So lud Björkö zum Landgang ein. Die Wikingerstadt Birka wurde 760 n. Chr. gegründet und war ein Knotenpunkt für den Handel in ganz Nordeuropa. Ein kleines Museum mit Modellen des Hafens, der Handwerkerviertel und der Halle des Königs auf Adelsö, veranschaulicht, wie die Wickinger damals dort lebten.

In dem am Hafen gelegenen Restaurant wird jeden Abend ein Barbeque veranstaltet, Während der Hafenmeister die Liegegebühr eintreibt, nimmt der Koch Anmeldungen für den Abend entgegen. Wir hatten aber in Mariefred frisches Fleisch gekauft, also wurde an Bord gegessen.

             

Der Samstag (19.7.) wurde leider wieder ein Motortag und abermals kamen uns die anderen Segler leicht bekleidet Plat vor Laken entgegen. Wir verließen Björkö mit Kurs Södertälje Kanal. Die erste Brücke war 15m hoch und wir entschieden uns doch lieber die 10 Minuten bis zur Öffnung zu warten. Es folgte die Schleuse, raus aus dem Mälaren, und eine weiter Brücke. Auf dem Weg Richtung Süden schleppten wir dann ein kleines Ruderboot mit zwei Knaben ab, ihnen war der Außenborder verreckt und sie kamen rudernd gegen den Wind und die Wellen kaum an. Der Weg führte uns vorbei an der Insel Oaxen, die wir gerne, wie damals 1993 angelaufen wären. Doch von dem Yachthafen war nichts mehr zu sehen, alle Steg abgerissen, Nur ein kleiner Anleger für Ausflugsboote war noch vorhanden. Gelandet sind wir dann in einer wirklich schönen Ankerbucht an der Insel Fifång. Daß wir dort nicht die einzigen Deutschen waren, liegt sicherlich an der guten Beschreibung in Claußens Törnführer.

Heute (20.7.) morgen, der Wind hatte auf Ost gedreht, setzten wir schon in der Bucht das Großsegel und segelten bei teils halbem bis achterlichem Wind die nur 7 Seemeilen nach Trosa, einem ganz malerischen Städtchen in der Region Sörmland. Kein Wunder also, daß hier Teile der ”Inga-Lindstöm-Schnulzen” gedreht wurden. Obwohl man vom Inhalt dieser Filme durchaus Sodbrennen bekommen kann, gebe ich zu, wegen der Landschaftsbilder sehe ich sie mir gerne an. Schwedenreklame pur. Für richtig schöne Fotos fehlt heute leider der blaue Himmel, aber es regnet nicht, obwohl Windfinder 5 mm angekündigt hat. Inzwischen haben wir die Räder ausgepackt, frischen geräucherten Fisch und knackiges Ciabatta gekauft und als Mittagessen im Cockpit verspeist. Der Hafen ist picke packe voll, als neben uns ein halber Platz noch frei war, mußten wir kräftig drücken, damit sich ein weiterer Segler noch dazwischen quetschen konnte. Zu meiner Freude gibt es hier w-lan und den Zugangscode beim Hafenmeister kostenlos.

Statt des erwarteten Regens setzte sich die Sonne im Laufe des Nachmittags immer mehr durch und nun haben wir blauen Himmel und sitzen nach einer kleinen Radtour zum ICA (hier gibt es Vindökassler) und abermals zum Fischladen, gemütlich im Cockpit.
Der angekündigte Regen kam dann doch noch, allerdings erst am späten Abend, als wir bei Wein und Apfelschorle bei Renate und Addi , die auch in Trosa gelandet sind, gemütlich unter Deck saßen.

Södertälje
Oaxen
Trosa
Platz
Trosa
Vindökassler

 

weiter mit Teil 2