Chari la

Törn 2008

Finnland

Mittwoch, 25.6. während des Fußballspiels Deutschland-Türkei auf der leeren Autobahn nach Heiligenhafen gedüst. Donnerstag dann über die Vogelfluglinie, diesmal auch über Helsingör-Helsingborg, nach Stockholm zu Günter und Marlene Nabholz. Am Freitagnachmittag dann nach Gräddö gefahren, einem kleinen Hafen 140km nördlich von Stockholm, wo die Kinder mit dem Schiff von Finnland/ Åland kommend, anlanden wollten. Wir kamen fast zeitgleich dort an. Da gab es dann am Freitagabend viel zu erzählen.
Nachdem die Kinder am Samstagmorgen von Bord gegangen sind, sind wir zunächst in Gräddö geblieben und haben uns in unserem Schiff eingerichtet. Wir haben mal wieder viel zu viel an Bord geschleppt. Die Lebensmittel reichen für ein ganzes Jahr. Zumal wir gestern frischen Fisch gekauft haben und das wird sicherlich nicht das einzige mal sein!

Von Gräddö sind wir dann am Sonntag nach Norden, durch den Väddö-Kanal nach Grisslehamn. Auch dort blieben wir zwei Nächte, da es gestern sehr viel geregnet hat. Heute hatten wir dann den richtigen Wind und auch Sonne, um von Grisslehamn rüber in die Åland Inseln zu segeln. Der derzeitige Nordwind (laut Wetterbericht müßte es hier Südwest haben) ist relativ kalt, aber solange die Sonne scheint, stört uns das nicht. Die verrückten Finnen und Schweden gehen sogar baden. Danach war uns bislang nicht. Dieser Hafen, Käringsund ist ausgesprochen idyllisch, Fahrräder kostenlos, Internetzugang kostenlos.....endlich mal!

 

Stockholm
Regen
Wolfgang
Chari la
Abends

Von Käringsund sind wir am Mittwoch weiter nach Mariehamn, der Hauptstadt der Ålandinseln.

Donnerstagmorgen haben wir in Mariehamn, gleich oberhalb vom Hafen den „Hausberg“ des Ortes bestiegen und hatten von dort eine herrliche Aussicht. Dann hieß es Leinen los mit Ziel Degerby auf der Ålandinsel Föglö, wobei wir den größten Teil des Weges prima segeln konnten. Es weht hier immer noch ziemlich stramm aus Norden.

Von Degerby ging es dann am Freitag weiter Richtung Osten, immer zwischen den vielen Inselchen durch, bis zu einer kleinen Insel mit dem Namen Jungfruskär. Ein kleines Paradies im Nationalpark Schärengarten. Selbst Orchideen wuchsen dort. Seit 4 Jahren gibt es dort einen kleinen Holzsteg am Felsen, wo man früher nur Ringe im Felsen fand. (Bug am Steg, Heckanker). Morgens nahm der Wind promt zu, stand in die Bucht rein und der Heckanker fing an zu slippen, was einen hecktischen Aufbruch zur Folge hatte. Gefrüstück hatten wir schon, gespült wurde erst in Korpo.

So kamen wir relativ zeitig los, um mit halbem Wind, satte 5 Beaufort, nur mit gereffter Genua und Besan weiter Richtung Osten zur Insel Korpo. Eigentlich wollten wir heute in einer Bucht ankern, sind dann aber wegen des Windes in den Hafen Korpoström gegangen. Hier gibt es wieder Internet, wie schön!

Morgen soll es weiter gehen nach Björkö, (hier heißen allerdings viele Inseln so) dort soll man in einer Lagune ankern können. Zum Baden findet man dort einen kleinen Süßwassersee, sagen die Finnen. Mal sehen ob der wärmer ist, als die Ostsee. Von Björkö wollen wir nach Utö, dort in der Nähe ist überigens seinerzeit die Estonia gesunken. Von Utö dann nach Kökar, dann Rödhamn auf Långö südlich Lemland. Von dort geht es dann rüber an die schwedische Küste, nordöstlich von Stockholm. Der Schwede vom Steg in Jungfruskär hat uns einen schönen Platz empfohlen, wo wir über Nacht bleiben können, bevor wir dann am nächsten Tag zu Günther und Marlene segeln.

Als wir feststellten, daß Björkö auf unseren Karten nicht mehr drauf ist, trafen wir uns mit einem Finnen am Steg und ich habe die Detailkarte Björkö fotografiert. Wir werden dann mit dem Notebook navigieren müssen :-) . Links der Finne, in der Mitte der Schwede, dem auch Seekarten fehlten.

Aussicht
Einsam
Sunset
Insel
Skipper
Studium
Karte
Ausschau

Gestern sind wir bei schönem Wind und Sonnenschein von Korpo nach Björkö gesegelt. Die Insel ist ein Traum! Man liegt vor Heckanker mit dem Bug am Felsen in einer Bucht, eigendlich müßte man Lagune sagen, denn sie ist rundherum geschützt. Die Insel ist unbewohnt, gehört zum Nationalpark Schärengarten und wird gepflegt. Das tolle dort ist ein Binnensee (Süßwasser!), der bis vor 250 Jahren noch ein Naturhafen mit einer schmalen Öffnung zum Meer war. Da sich das Land aber immer mehr gehoben hat, war diese Öffnung dann irgendwann nicht mehr da. Erste Handlung nach unserer Ankunft dort: Baden! Der See war tatsächlich warm genug um genüßlich darin zu schwimmen.

Anschließen begaben wir uns auf den 2.3 km langen „Naturpfad“ um den See. Sehr schön ausgeschildert und gepflegt. Zurück an Bord gab es erstmal einen Campari-Orange, dann Melone mit Schinken und Rehragout mit Pfifferlingen und Fusilli.
Zum Sonnenuntergang um 22.54 Ortszeit, suchten wir uns dann ein schönes Plätzchen oberhalb des Sees auf einem von der Sonne gewärmten Felsen mit Blick über das Meer. Bis zum Abend hatten insgesamt 14 Segler dort angelegt, aber es war dennoch absolut still und friedlich.

Heute morgen, der Anker hat diesmal so gut gehalten, daß wir die Maschine zur Hilfe brauchten um ihn auszubrechen, nahmen wir Kurs auf Utö. Der Himmel zog sich zu. Unmittelbar vor Utö änderten wir unseren Kurs. Wegen der Entwicklung des Wetters entschieden wir uns, gleich nach Sandvik auf Kökar zu segeln. Sicherlich eine gute Entscheidung. Als wir um 16.00 festmachten fing es an zu regnen und morgen gibt es Hack, laut Windfinder.com sogar 6 Beaufort.

Dem Wetter entsprechend gab es heute Grünkohl, Bratkartoffeln und Mettenden. Scheiß Kälte. In der Sonne geht es ja prima, aber bei Regen... 16 grad im Schiff und den Luxus Heizung haben wir nicht.

Segeln
Korpo
Mühle
Björkö
Liegeplatz
Süßwassersee
Felsen

Gestern (8.7.) wollten wir von Sandvik nach Rödhamn segeln. Wolfgang hatte feinsäuberlich sich ein paar Wegepunkte gesetzt und im GPS programmiert. Immer schön einen gut ausgetonnten Weg zwischen den Inseln Föglö und Degerö durch. Wir konnten prima segeln. Doch beim Blick auf eine Detailkarte, wo es etwas eng wurde, mussten wir feststellen, dass voraus eine Brücke von 5,3 m Höhe im Weg liegt. Tja, shit happens. Also, klar zur Wende und zurück, hat uns 3 Stunden insgesamt gekostet. Dann wurde uns natürlich klar, warum uns über eine Stunde lang keine Segler, sondern nur Motorboote entgegenkamen.

Das aber wiederum hatte zur Folge, dass wir nun keine Lust mehr hatten, bis nach Rödhamn zu segeln, zumal wir nun einige Meilen gegenan mußten. Denn wir mussten nun zu der Durchfahrt nördlich von Degerö. Und der Wind blies aus Nord. So suchten wir uns zum Übernachten einen Ankerplatz. In einer Bucht sahen wir Masten, also hin. Das war eine sehr gute Wahl! Mit Heckanker und Leinen an zwei Bäumen auf den Felsen, lagen wir absolut traumhaft. Wunderschöne Landschaft, sehr ruhig und geschützt. Der Telleranker hielt auch im zweiten Anlauf nicht, also holten wir den Danforth und den Kettenvorlauf raus. Der hielt dann bombig. Wäre schade gewesen, diese Bucht nicht gefunden zu haben.

Heute (9.7.) morgens von der Sonne geweckt, mussten wir allerdings feststellen, der Wind kam aus Westen, da wollten wir nun hin. Also 17 Seemeilen bis Rödhamn motort. Wir waren schon mittags dort und ein Schild rökt fisk ließ Wolfgang mit Geldbörse losziehen. Unser Mittagessen! Genannt Goldfisch, denn er hat ihn vergoldet. Finnische Preise eben. Aber das Häfchen ist sehr süß und idyllisch. Ohne Strom, ohne Wasser, aber irgendwo scheint es Internet zu geben. Morgen wollen wir dann den Sprung an die schwedische Küste machen.

Der Hafen Rödhamn, als Absprung nach Westen oder Osten ideal gelegen, wurde noch richtig voll. So legte nach uns dort auch eine Bavaria aus Deutschland an. Als das junge Paar festmachte, tauchte erst ein, dann ein zweiter Knirps auf. Sekunden später ein dritter und ein vierter. "Das werden ja immer mehr", staunte ich. " Das wars aber, jetzt ist Schluß" kommentierte der Vater. Es waren Drilling, 6 Jahre alt und der kleine 4jährige Bruder. Mit Holzschwertern bewaffnet, kletterten sie an Land und erorberten Stege und Felsen, wobei einer dann auch noch ins Wasser fiel.

Donnerstag 10.7., die an Bord gelieferten, 1,-€/Stück teuren Brötchen, schmeckten leider gar nicht, aber die Tüte war nett bemalt und mit dem Wetterbericht mit einer lachenden Sonne versehen: 5-9 m/s West bis Nordwest. Nach einem kleinen Fotospaziergang, am Abend zuvor war das Licht nicht so schön, nun schien die Sonne, legten wir ab, um nun den Sprung an die schwedische Küste zu machen. Die 9 m/s waren es satt, wenn nicht mehr. Reff ins Groß, Genua ein paar Umdrehungen eingerollt, konnten wir den Kurs kaum anliegen, aber der Wind tat uns den Gefallen und drehte nördlich, lies auch nach, also ausreffen. Der vom Schweden empfohlene Ankerplatz hinter der Insel Granhamn war schon relativ gut besucht, so wollten wir an der Insel Tjöckö wieder mit Heckanker an einen Felsen gehen. Der Felsen war perfekt, Ringe vorhanden, aber weder der Pilz noch der Danforth wollten halten. Wir gaben entnervt auf und suchten den kleinen Gästehafen bei Kapellskär. Dabei machte Chari-La sehr unsanfte Bekanntschaft mit einer Untiefe. Fazit Originalton Wolfgang: Wir brauchen kein anderes Schiff, nur eine Vindö überlebt so etwas. Wir trafen dort in diesem kleinen gemütlichen Häfchen unsere 4 Piraten von der Bavaria wieder und es stellte sich heraus, es sind Berliner. Diese gesprächige, aufgeweckte Bande hat uns dann an Bord besucht und wollte unbedingt Telefonummern austauschen.


Felsen
Sonnenuntergang
Ankerplatz
Mitsegler
Spi
Rödhamn
Rödhamn

 

Am Freitag (11.7) war der auch wieder kräftige Wind gegen uns (SSW) und so mußten wir bis auf die ersten 6 Seemeilen im Fahrwasser der dicken Fähren, den ganzen Tag motoren. Aber die Landschaft, die an uns vorbei zog, der Sonnenschein mit Schäfchenwolken entschädigte. Viele Segler (vor dem Wind nur mit Genua oder Großsegel) kamen uns entgegen, und wie das Platt vor Laken so ist, saßen die Mädels im Bikini im Cockpit. Am Nachmittag, wieder gab es Regen genau in dem Moment, machten wir bei Günther und Marlene am Steg fest und wurden am Abend mit einen Festmal, gegrillte Steaks, Ratatouille und Knoblauchbrot, verwöhnt.

Von heute (Samstag, 12.7.) gibt es nur zu berichten, daß Wolfgang mit Günther einkaufen war. Jetzt haben wir einen weiteren Anker !!, eine Ersatzpumpe (Pantry oder Bad), Karabinerhaken ....und natürlich Kanelbullar (Zimtschnecken) für den Nachmittag. Ich habe inzwischen Wäsche gewaschen, die hier auf der Leine im Wind flattert. Es ist sonnig und t-shirt-Temperatur.

am Wind
Kapellskaer
Drillinge
Viking Line
Schweden
Gästesteg

 

 

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