Sommer 2007 - Logbuch

Vänern
vom Mariestad, Trollhättan (Kanal) und Westküste Schweden

03. August 2007 - Mariestad
Der Götakanal liegt hinter uns, man nennt ihn auch den "Scheidungskanal", aber wir haben auf dem Kanal eine schöne Zeit verbracht und es war wie immer sehr harmonisch an Bord. Also alles Quatsch, am Kanal liegt es nicht. Nun geht es auf den Vänern, er ist der drittgrößte See Europas, zum Vergleich: er ist elfmal so groß wie der Bodensee. Die Wasserqualität ist so gut, es wird als Trinkwasser genutzt. Das Wetter auf dem See sollte man immer gut beobachten, denn plötzlicher Wetterumschwung bringt schnell Starkwind und es entsteht eine unangenehme See. Von Sjötorp fahren wir durch ein betonntes Fahrwasser bis Mariestad. Wir passieren eine Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von 19m. Dann liegt Mariestad vor uns, weit sichtbar ist der alles überragende Dom. Das Fahrwasser führt direkt in den Hafen, er ist sehr lang gestreckt und geht bis in die Innenstadt. Dort liegen wir an einer Heckboje. Der Liegeplatz ist toll, man hat viel zu sehen und liegt trotzdem ganz ruhig.

Schleuse
Torsöbron
Mareistad
Besichtigung
Begeisterung
Dom
Gästehafen
Tidan
Abends

 

04. August 2007 - Spiken
Mit Sonne in der Plicht fahren wir über den Vänern nach Spiken. Es ist ein kleiner Hafen, der von der Binnenfischerei lebt. Die vielen Räuchereien bieten frisch geräucherten Fisch aus dem Vänern an. Einige Gästeplätze mit Heckbojen oder freie, grün gekennzeichnete Plätze gibt es hier ebenfalls. Leider ist der Hafen schon sehr voll als wir ankommen und wir finden keinen Platz mehr am Gästesteg. Auch keine grüne Box mehr und so gehen wir in eine Box, die weder rot noch grün gekennzeichnet ist. Einen Hafenmeister, den wir fragen könnten, gibt es nicht, allerdings verrät uns ein Schwede: "da könnt ihr liegen". Abends, als der Hafenwirt das Liegegeld kassiert, ist er mit unserem Liegeplatz einverstanden. Wir finden es nicht sehr gastfreundlich, dass man in Schweden die freien Boxen nicht grün kennzeichnet. Es sind zwar meistens private Boxen, aber es wäre doch eine nette Geste, wenn man die nicht benötigte Box für Gäste zur Verfügung stellen würde. Der Gästesteg ist total überfüllt und im restlichen Hafen gibt es freie Boxen ohne Ende, das kommt nicht sehr gut rüber. Der Hafen von Spiken liegt sehr idyllisch im Schärengarten von Ekens, er ist rundum mit Schilf umgeben. An Land ist sehr viel los, der Hafen ist nicht nur ein Ziel für Segler, sondern auch von Land her kommen viele Leute, um hier Fisch, Eis oder Kuchen zu essen.

Ausfahrt
Seezeichen
Pause
Räuchereien
Liegeplatz
Ausfahrt

05. August 2007 - Dalbergså
Heute geht es durch den Ekens-Skärgård weiter nach Dalbergså. Dieser Schärengarten ist zwar nicht zu vergleichen mit dem Schären vor Stockholm, er ist viel kleiner aber trotzdem wunderschön. Carina folgt dem Tonnenweg und kommt dann wieder auf das freie Wasser des Vänern. Mit Fock und Motor geht die Fahrt über den See und in die Flussmündung von der Dalbergså. Hier ist ein Campingplatz und ein langer Steg zum Anlegen. Wir gehen längsseits an den fast leeren Steg, anschließend füllt er sich schnell mit weiteren Segelbooten. Hier ist es sehr ruhig und außer Natur ist hier nichts. Ein schöner Platz zum Übernachten.

Ekens-Skärgård
Naven-Fyr
Dalbergså
Natur

06. August 2007 - Vänersborg
Wir haben jetzt endlich Sommer, es ist warm und die Sonne scheint. Leichter Wind aus Ost, zum Segeln leider zu wenig. Mit Motor fahren wir Richtung Vänersborg. 15sm über freies Wasser, keine Brücke, keine Schleuse..... erst vor Vänersborg kommen eine Klappbrücke und gleich dahinter noch eine Eisenbahnbrücke. Die Klappbrücke hat eine Durchfahrtshöhe von 15,5 - 17m, abhängig vom Wasserstand. Carina hat eine Höhe von 14m über dem Wasser, deshalb brauchen wir nicht auf die Brückenöffnung zu warten und die nachfolgende Eisenbahnbrücke ist geöffnet. Nach dem Passieren der Brücken liegt an Backbord der Gästehafen "Vänerpark Marina". Hier finden wir einen Platz an der Kaimauer mit Moorings. Das ist neu für uns, wir haben bis jetzt schon Heckbojen, Y-Ausleger, längsseits oder auch mit Heckanker angelegt, aber mit Moorings anlegen war bis jetzt noch nicht dabei. Unsere Backskisten und auch der Kühlschrank sind leer, wir müssen zum Einkaufen. Die Stadt liegt ca. 10 Minuten Fußweg entfernt. Auf dem Rückweg finden wir einen Supermarkt und füllen die Vorräte auf. Jetzt sind wir gerüstet für den Trollhättankanal.

Klappbrücke
geklappt
Eisenbahn
Mooring
Denkmal
City

07.08.2007 - Trollhättan
Der Trollhättekanal ist 82km lang, 10km sind künstlich angelegt, der Rest ist der natürliche Lauf des Göta Älvs. Es ist der Abfluss des Vänernsees, er hat 20 Zuflüsse aber nur den Göta Älv als Abfluss. Für die Passage zahlen wir 750SKr. Es gibt 6 Schleusen, die erste vor Trollhättan steht für heute auf dem Programm. Es ist eine riesige Schleusenkammer und Carina liegt klein und winzig mit dem Oldtimer Grøne Erna. Das Wasser fließt durch viele Öffnungen im Doppelboden aus oder in die Schleusenkammern und so entstehen keine Strömungen in den Kammern. Wie in einem Fahrstuhl gleitet Carina sachte nach unten, insgesamt 4,90m. Dann kommt eine Eisenbahnbrücke, es ist eine Hubbrücke, sie hebt sich auf 27m hoch. Unser Liegeplatz ist Spikön, es ist der Gästehafen von Trollhättan. Hier liegt man mitten in der Stadt und trotzdem im Grünen. Wir liegen an einer Heckboje und hinter uns geht das Fahrwasser des Kanals vorbei. So können wir aus einer sicheren Position die großen Frachter beobachten. Es ist beeindruckend wie diese Kolosse sich durch den Kanal schieben, begegnen möchte ich den Dicken im Kanal nicht.

Schleuse
Tore auf
Hubbrücke
Liegeplatz
Grillen
Frachter

Am Mittwoch sehen wir uns den Trollhättan-Wasserfall an. Die Firma Vattenfall betreibt das Kraftwerk in Trollhättan, es war bis vor kurzem das größte in Schweden. Im Sommer öffnen sich an manchen Tagen die Wehre und der trockene Wasserfall wird wieder zum Leben erweckt. Dann donnern 300.000cbm/min Wasser ins Tal. Ein tolles Erlebnis. Fünf Minuten dauert das Schauspiel, dann werden die Wehre wieder geschlossen.

Trocken
1. Wehr
2. Wehr
Wasserfall
Vattenfall
300.000cbm
Wasserkraft

Vom Wasserfall ist es nicht weit bis zur Schleusentreppe von Trollhättan. Hier findet man dicht beieinander 3 Generationen von Schleusen. Die erste Schleusentreppe wurde im Jahre 1800 eingeweiht und wurde sehr schnell zu klein. 1844 baute man, als der Götakanal eröffnet wurde eine neue Schleusentreppe mit größeren Kammern. Im Jahre 1916 wurde dann die Schleusentreppe fertig gestellt, die für Schiffe bis max. 89m Länge, 13,4m Breite und einem Tiefgang bis 5,60m, geeignet ist. Ab 1976 ist der Kanal ganzjährig zu befahren.

1916
Neu
Alt
1800
1844
Ansicht

Donnerstag, 9. August 2007
Heute wollen wir das letzte Stück des Kanals in Angriff nehmen. Leinen los und durch die Klappbrücke in Trollhättan. Durch den engen Bergkanal bis zur ersten Schleuse fahren wir gemeinsam mit einem schwedischen Segelschiff. Der Schwede bleibt vor der ersten Schleuse liegen, weil er noch die alten Schleusen besichtigen will. Carina schleust dann ganz alleine. Wir liegen in der riesigen Schleusenkammer und es geht ganz langsam bergab. Dann kommt die nächste Schleuse, eine mit drei Kammern hintereinander. Mit jeder Schleuse schaffen wir 8m. Von Trollhättan bis Lilla Edet fahren wir dann auf dem natürlichen Flusslauf der Göta Älv. Auch in der Schleuse bei Lilla Edet liegt Carina wieder ganz alleine in der Schleuse. Bei der Klappbrücke hinter Lilla Edet kommen uns ein großes Frachtschiff und das Passierschiff Wilhelm Tham entgegen. Weiter geht es auf dem Fluss, der meistens eine Tiefe von 9 m hat. Dann kommt vor Göteborg eine Eisenbahnbrücke und hier müssen wir lange auf eine Öffnung warten. Aber Göteborg ist schon in Sicht und der Hafen ist nicht mehr weit.

alleine
Tor auf
Zweite
Treppe
Flussfahrt
Klappe
Frachter
Autobahn
Drehbrücke

10. August 2007 - Göteborg
Gegen 18.00 Uhr laufen wir in den Hafen von Göteborg ein, im Gästehafen Lilla Bommen finden wir einen Liegeplatz. Der Hafen ist gut besucht. Auf dem Segelschiff Viking spielt eine Liveband und wir genießen den warmen Sommerabend mit toller Musik. Göteborg bietet eine tolle Kulisse. Leider haben wir sehr laute Stegnachbarn, die bis zum frühen Morgen singen oder besser gesagt, grölen. Es sind vier junge Schweden, die wohl den Alkohol im Bier unterschätz haben. Und als sich jemand beschwert, werden sie noch lauter und singen "Are you sleeping brother John (Meister Jacob)"...... Völlig unzurechnungsfähig, deshalb haben wir versucht, sie zu ignorieren. Gegen 4.00 Uhr in der Früh ist endlich Ruhe.
Den Freitag bleiben wir in Göteborg und sehen uns die Stadt an. Wir bummeln durch die lange Fussgängerzone, man nennt sie Avenyn, und anschließend besuchen wir das alte Künstlerviertel Haga. Eine alte Vorstadt von Göteborg. Hier gefällt es uns sehr gut, alte Häuser und sehr unterschiedliche Läden und viele Cafés.

SY Viking
Lippenstift
Wahrzeichen
Kanal
City
Haga

11. August 2007 - Lerkil
Leinen los und tschüss Göteborg, wir wollen weiter durch die Schären nach Lerkil. Anfangs denken wir noch über Segelsetzten nach, dann wird der Wind immer weniger und wir motoren 19sm bis Lerkil. Im Hafen fühlen wir uns nicht besonders willkommen, der erste Steg ist Gästesteg und gleich dahinter steht ein Schild: Privat - keine Gästeplätze! Das wirkt nicht besonders gastfreundlich. Ein Schwede deutete gleich auf den ersten Steg, mit anderen Worten: dahin und nicht weiter. Im Hafenbuch steht, Liegeplätze am ersten Steg und an grün gekennzeichneten Plätzen. Hier ist man nicht an Gastliegern interessiert. Es gibt kein Hafenbüro, somit auch keine Infos über Wetter oder Einkaufmöglichkeiten. Keinen Grillplatz. Als Sanitärhaus dient ein altes Schiff, dort gibt es Toiletten und Duschen. Diesen Hafen sollte man nur zum Übernachten anlaufen. Die Lage ist gut, der Hafen ist riesig und liegt geschützt in einer Bucht. Er ist mit glatten Felsen umgeben, einige sind mit ein wenig Heidekraut und ein paar Kiefern bestückt. Vor der Hafeneinfahrt kann man sich toll auf den glatten Felsen sonnen oder picknicken. Nach einem sonnigen Tag haben wir am Abend ein Gewitter. Die Wolken sehen zum Fürchten aus. Der Wind dreht um 180 Grad und heult mit 5 - 6Bft, dann Windstille und es fängt an zu regnen.

Göteborg
einsam
Lerkil
Unwetter

weiter mit Rückreise Dänemark

Schwedenroute

Saisonübersicht 2007