Sommer 2007 - Logbuch

Götakanal Teil 2
von Berg bis Sjötorp

Übersicht
Querschnitt

 

Dienstag, 24. Juli 2007 - Borensberg
Der Regen hat ein Ende, wir legen in Berg ab und bunkern noch Frischwasser direkt vor der nächsten Schleuse. Leider beschert uns das Wartezeit, weil zwischenzeitlich andere Boote sich zum Schleusen bereitmachen und noch in die Schleusenkammer fahren können. Für uns blieb nur noch die Backbordseite und deshalb warten wir auf die nächste Schleusenöffnung. Doch dann kommt das Passagierschiff und wir müssen eine Stunde warten. Dann geht es los und wir bewältigen 4 Doppelschleusen und 21 Meter Höhe. Anschließend fahren wir gemütlich durch den Kanal und es werden etliche Brücken für uns geöffnet und kurz vor Borensberg kommt noch eine kleine Schleuse. Diese Schleuse wird noch von Hand bedient. Der Schleusenwärter öffnet und schließt die Tore mit eigener Kraft. Mit uns schleust eine Schwedenfamilie und die Kinder helfen dem Schleusenwärter. Die eine Hälfte vom Tor macht er und die andere die beiden Kindern. Diese Schleuse bringt Carina nur 20cm höher in den Borensee. Gleich hinter der Schleuse machen wir am Kai fest und wollen hier über Nacht liegen bleiben. Georg hat uns auf den letzten Metern im Kanal mit dem Rad begleitet. Sie haben ganz in der Nähe ihren Wohnwagen stehen und heute Abend sind wir zum Essen bei Monika und Georg eingeladen. Wir machen Carina gut fest und dann gehen wir ein Stück am Kanal entlang zum Campingplatz. Er liegt sehr schön, gleich am Kanal und es stehen nur ein paar Wagen dort. Der Platz ist eigentlich kein richtiger Campingplatz, sondern eine Wiese, die zum Wanderheim gehört. Erst ein Gläschen Sekt, dann Kaffee mit Kuchen und anschließend noch ein vorzügliches Abendessen genießen wir mit den Beiden. Georg hat Lachs mit Gurkengemüse gekocht und es ist ihm vorzüglich gelungen. Wir sagen nochmals herzlichen Dank für den schönen Abend. Spät in der Nacht kehren wir zu Carina zurück.

Berg
Schleuse
Brücke
Herrenhaus
Helfer
per Hand
Bei Drexls
Borensberg
Liegeplatz

 

Mittwoch, 25. Juli 2007 - Motala
Frühstück in der Plicht und schnell noch ein paar Einkäufe vor dem Ablegen tätigen. Wir fahren über den Borensee und kommen zur Schleusetreppe Borenshult. Die Schleusentore schließen sich kurz vor uns und der Schleusenwärter lässt uns obwohl noch Platz in der Schleuse ist, nicht mehr rein. Wir müssen 2 Stunden warten, denn von oben kommt ein Passagierschiff (MS Diana) und erst wenn das heruntergeschleust ist, können wir in die Schleuse. Aber zwischenzeitlich kommt vom Borensee ein Passagierschiff und auch das hat Vorfahrt. Dann endlich darf Carina in die Schleuse und es geht bergauf. Alles klappt gut, aber es sind die anstrengensten Schleusen bis jetzt. Das Wasser kommt mit viel Druck und sehr schnell in die Kammern und Uwe hat alle Hände voll zu tun. Er kurbelt wie ein Weltmeister und behält Carina dadurch fest im Griff. Ich stehe an Land und belege die Leinen und muss dann tatenlos dem Theater zu schauen. Wir sind geschafft als wir die letzte Schleuse hinter uns haben und fahren noch ein kleines Stück im Kanal bis Motala. Motala liegt am Vätternsee und im Gästehafen machen wir am Schwimmsteg mit Y-Boxen fest. Mit einem schönen Eis belohnen wir uns und feiern die bewältige Höhe von 88,5m. Vor uns liegt jetzt nur noch eine Aufwärtsschleuse mit 3 Meter. Ab dem See Viken geht es dann bergab und die Schleuserei wird einfacher. Aber jetzt bummeln wir erstmal durch Motala und morgen schippern wir über´n See.

Borensee
Borenshult
Warteposition
Diana
Tschüss
Drin
Aktion
Carina
Hoch
Ruhe
Motala
Stadtpark

Donnerstag, 27. Juli 2007 - Karlsborg
Nach einer unruhigen Nacht am Schwimmsteg in Motala verlassen wir den Hafen und fahren über den Vätternsee. "Der Wind ist immer noch kräftig und die See ist so unruhig", wie Torfrock immer singt. Am anderen Ufer erreichen wir die Stadt Karlsborg und passieren die Klappbrücke, um im Inneren der Bucht einen Liegeplatz zu suchen. Leider sind an der Brücke, wo für Götakanalbenutzer freies Liegen gilt, keine Plätze mehr frei und so müssen wir einen Liegeplatz im Segelclub anlaufen. An einer Boje liegen wir gut und haben freie Sicht über den ganzen Hafen. Karlsborg bietet nicht viel an Stadt, eine kleine Straße mit Geschäften und mehr ist nicht los. Die Burg liegt zu weit für uns, wir sind erst spät im Hafen und morgen wollen wir weiter. Die Burg muss warten.

Karlsborg
Angeln
Carina
Bucht

 

Freitag, 28. Juli 2007 - Vassbacken
In diesem Jahr wechseln die Jahreszeiten in Schweden täglich, gestern Sonne und Sommerfeeling, heute wieder Herbst, mit Sturm, Regen und Kälte. In Ölzeug und dicken Fleecepullovern legen wir in Karlsborg ab. Durch eine schöne Seenlandschaft, ganz einsam, weit und breit kein Schiff in Sicht, fahren wir zur letzten Aufwärtsschleuse "Forsvik". Die Wände in dieser Schleusenkammer sind sehr uneben. Richtige Felsnasen stehen aus der Wand heraus. Wenn Carina beim Schleusen gegen diese Nasen schlägt, dann gibt es trotz Fender Macken im Schiff. Aber unsere Bedenken waren unnötig, der Schleusenwärter lässt das Wasser ganz vorsichtig in die Schleusenkammer und Carina bleibt ganz ruhig in der Kammer liegen. Jetzt haben wir den höchsten Punkt (91,8 Meter) des Götakanals erreicht. Wir bedanken uns beim Schleusenwärter und fahren aus der Schleuse in den jetzt ganz engen Kanal ein. An manchen Stellen ist der Kanal nur ohne Gegenverkehr zu passieren. Im Vikensee hat man eine Abkürzung in den Felsen gesprengt, auch hier ist es sehr eng. Besonders bei den Treidelmauern muss man vorsichtig fahren und zur Mauer 4 Meter Abstand halten und dass wo der Kanal schon so eng ist. Auf dem Vikensee erwischt uns ein Gewitter. Bei Tåtorp schleusen wir zum ersten Mal abwärts, allerdings nur 0,20m. Es ist eine alte Schleuse und sie wird wie früher von Hand bedient. Uwe hilft dem Schleusenwärter bei der Arbeit. Auch nach dieser Schleuse kommt wieder ein enger Teil des Kanals. Wir fahren ganz alleine durch das ruhige Wasser. Vorbei an einem stillgelegten Nebenarm, hier liegt ein Oldtimer und macht Pause. Weiter geht es bis Vassbacken, hier wollen wir über Nacht bleiben. Man liegt längsseits, an Bojen oder zwischen Y-Boms. Wir nehmen einen Platz mit Y-Ausleger. Beim Café gibt es ab 19.00 Uhr Livemusik. 3 Musiker (2 Gitarren und ein Keyboard) spielen Oldies und wir gehen hin und genießen die Musik. Leider ist es sehr kalt und ungemütlich, kein lauer Sommerabend, sondern eher ein Herbstabend.
Nach reichlicher Überlegung bei einem gemütlichen Cappo in der Plicht, natürlich mit Plichtzelt, beschließen wir, den Samstag hier in Vassbacken zu verbringen. Das Wetter ist weiterhin trübe und die dunklen Wolken, die über uns ziehen, lassen immer wieder ihren nassen Inhalt fallen. Deshalb fehlt uns die nötige Lust aufs Weiterfahren und wir machen heute einen "Faulen".

Am See
Forsvik
enger Kanal
noch enger
Treidelmauer
Vorsicht
Gewitter
Tåtorp
drehen
öffnen
Kanalfahrt
ohne Worte
Cafe
Livemusik
Vassbacken

Sonntag, 29. Juli 2007 - Töreboda
Heute geht es weiter, Töreboda ist unser Ziel. Außer ein paar Brücken, die für uns geöffnet werden müssen, haben wir keine Wartezeiten vor uns. Auch müssen heute keine Schleusen bewältigt werden. In Töreboda gibt es einen langen Steg zum längsseits liegen. Wir finden einen Platz und haben auch Strom und Wasser am Steg. In den letzten Tagen war das nicht so oft gegeben. Am Sonntag ist hier nicht viel los, die beiden Supermärkte haben geöffnet, aber alle anderen Geschäfte sind zu. Gleich gegenüber von unserem Liegeplatz ist ein neuer Campingplatz mit einem Warmwasserpool, der Platz ist in diesem Jahr neu eröffnet worden. Der Campingplatz ist noch sehr leer, entweder ist er zu teuer oder noch unbekannt. Es gibt hier eine Fähre, die ist so kurz (klein) wie ihr Name: Lina
. Sie wird mit der Hand bedient und zwar mit einer Leine gezogen. Sie befördert nur Fußgänger und Radfahrer. Auch einen Eisladen gibt es direkt am Kanal mit einem " Sail in" Service. Aber im Moment ist hier kein Eiswetter, man denkt schon öfter an einen Grog. Die Sonne lässt sich zwar ab und zu sehen, aber die Wolken haben die Oberhand. Es ist aber ein Hoch in Sicht, hoffen wir, dass es sich verstärkt und sich zu uns hinbewegt.

Eisenbahnbrücke
Töreboda
Abendspaziergang

 

Montag, 30. Juli 2007 - Lyrestad
Jetzt geht es abwärts, Schleuse für Schleuse nähert sich Carina wieder dem Meeresspiegel. Heute schaffen wir 11 Kammern von Töreboda bis Lyrestad, das sind 21 m Höhenunterschied. Abwärts geht es einfacher und entspannter. Carina fährt in die volle Kammer ein, Uwe und ich gehen mit jeweils einer Leine (Vor- und Achterleine) an Land, führen sie durch einen Ring und nehmen die Leinen wieder zurück an Bord. Wenn der Schleusenwärter das Wasser aus der Kammer lässt, sackt Carina langsam mit dem Wasserspiegel nach unten. Wir führen die Leinen nach und fahren dann in die nächste Kammer oder eben weiter zur nächsten Schleuse. Vorbei an einer schönen grünen Landschaft kommen wir dann in Lyrestad an. Hier liegt man längsseits an der Kaimauer. Nach dem Festmachen schauen wir uns im Ort um, viel bietet er nicht, einen Supermarkt, Pizzeria und ein Museum mit Cafe direkt am Gästehafen. Das Museum gefällt uns, klein aber nett angelegt. Uwe schaut sich besonders die alten Telefonanlagen, Telefonapparate und Fernschreiber an. Abends grillen wir direkt an der Kaimauer und genießen den fast sommerlichen Abend. Heute war ein Hauch von Sommer zu spüren. Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung auf ein paar Sonnentage.
Strahlender Sonnenschein für einen ganzen Tag, wir verbringen auch den Dienstag hier in Lyrestad und pflegen Carina. Teakpfropfen werden erneuert und einige Holzteile lackiert. Außerdem gibt es hier eine Waschmaschine und einen Trockner und die werden ausgiebig von uns genutzt. Abends heizen wir wieder den Cobb an und grillen gleich beim Schiff. Der Vorteil beim Cobb ist, dass man ihn im Betrieb gut transportieren kann. Er wird außen nicht heiß. Uwe gart das Fleisch, macht dann den Deckel zu und wir stellen den Cobb in die Plicht. So können wir in aller Ruhe in der Plicht essen und der Grill steht in Reichweite. Es spritz nicht, weil der Deckel geschlossen ist. Für den Fall, dass man kleckert oder doch ein Spritzer daneben geht, lege ich eine abwaschbare Tischdecke unter den Grill. Das Grillgut bleibt heiß und der Nachtisch, Bananen oder Annanas werden direkt neben dem Tisch zubereitet, d.h. gegrillt. Für uns ist der Cobb einfach ideal oder ideal einfach.

Kanalfahrt
Rollbrücke
Abwärts
Schleuse
Lyrestad
Grillen
Abendlicht
Kirche

Mittwoch, 01. August 2007 - Sjötorp
Nun wird das letzte Stück des Götakanals in Angriff genommen. 3 Doppelschleusen und eine einfache Schleuse liegen vor uns. Es geht 16,6 m abwärts Richtung Vänern. Die letzte Schleuse zum Vänern wollen wir uns noch aufheben für den Start Richtung Mariestad. Wieder haben wir tolles Wetter und es ist sehr warm, besonders in den Schleusenkammern fühlt man sich wie im Backofen. Das Schleusen ist abwärts wirklich kein Problem. Bei einer Doppelschleuse vergesse ich, dass ich, wenn ich die Leinen durch die Ringe geführt habe, wieder an Bord muss. Wir liegen als zweites Schiff in der Kammer und Carina liegt an der schräg abfallenden Wand und man kommt nicht so leicht an Bord. Aber ich habe auch garnicht daran gedacht, so stand ich hoch oben und Carina tief in der Schleusenkammer. Uwe musste dann nach der Schleuse noch mal an den Steg und ich konnte wieder an Bord. Hier in Sjötorp wollen wir ein paar Tage liegen und erst wenn Wind und Wetter passen nach Mariestad segeln. Es gibt in Sjötorp ein Museum über die Kanalgeschichte, eine Räucherei mit Fischverkauf, Eisbuden, Minigolf und natürlich Einkaufsmöglichkeiten. Leider regnet es am Donnerstag und wir nutzen die Zeit für Putzarbeiten unter Deck. Der Kupferkessel glänzt wie neu. Nachmittags kommt die Sonne dann doch noch zum Vorschein und es wird ein erholsamer Hafentag. Wir liegen zwischen den Schleusen 1 und 2 längsseits am Steg. Vor uns liegt eine Monsun mit Eigner aus Norderstedt, die Welt ist so klein, man trifft immer wieder auf Nachbarn aus vorherigen Häfen. Mein Büchervorrat ist schon sehr erschöpft und mit der Monsun tausche ich Bücher aus. Auch im Kanalbüro gibt es eine Möglichkeit Bücher auszuleihen, man gibt sie am Ende der Kanalfahrt wieder ab. Auch deutsche Bücher sind im Angebot. In Mem habe ich zwei Bücher ausgeliehen, die ich jetzt hier in Sjötorp wieder abgebe. Eine feine Sache, die viel zu wenig genutzt wird, jedenfalls habe ich den Eindruck, allen Seglern, denen ich davon erzähle, wissen nichts von der Möglichkeit.

Voll
Wartezeit
Wasserspiele
Hochbetrieb
Wohnungsbau
Gästehafen
Schleuse
3. August wir nehmen die letzte Schleuse des Götakanals in Angriff und segeln auf den Vänern hinaus.

weiter geht es mit dem Vänern See.......

Gesamtübersicht

Saisonübersicht 2007