Sommer 2007 - Logbuch

Götakanal Teil 1
von Mem bis Berg
(22 von 58 Schleusen)

Querschnitt
Übersicht

Kanalgeschichte

Samstag, 14. Juli 2007 - Mem
Nach dem gemütlichen Frühstück in der Plicht, machen wir die Leinen los und fahren Richtung Schleuse. Vor der Schleuse liegen 2 Schiffe in Warteposition, die morgens mit uns in Stegeborg gestartet sind. Wir melden uns im Kanalbüro und bezahlen die Gebühr für das Befahren des Götakanals. Für die gesamte Passage von Mem bis Sjötorp zahlen wir 5000 Kronen, das sind umgerechnet ca. 550,-- Euro, enthalten ist die Liegegebühr für 20 Gasthäfen (5 Tage pro Hafen) entlang des Kanals und auch Duschen und der Stromanschluss ist gratis. Außerdem leihe ich im Kanalbüro zwei Bücher aus, nach der Kanalpassage kann ich sie in Sjötorp wieder abgeben. Das ist eine tolle Möglichkeit an Lesestoff zu kommen und alles kostenlos. Dann geht es in die Schleuse, beim Einfahren fällt mir auf, dass ich eigentlich an Land sein musste, um die Leinen in der Schleuse anzunehmen, doch jetzt ist es zu spät. Auch auf den anderen Booten sind die Frauen an Bord geblieben. Es ist eben aufregend zum ersten Mal zu Schleusen und dabei vergisst man leicht etwas. Ist aber in diesem Fall kein Problem, weil die Schleusenwärterin hilfreich zur Stelle ist und auch nochmals alles genau erklärt. Achterleine fest belegen und die Vorleine immer durchholen, damit das Boot nicht ins Pendeln kommt. Wir haben Carina schon vorbereitet und die Vorleine mit einem Block nach hinten umgeleitet um sie dann mit der Schotwinsch dichtzuholen. Als alle Boote, in unserem Schleusenvorgang sind es 3 Schiffe, mit Leinen versorgt sind, schließt die Schleusenwärterin das Schleusentor. Dann wird Carina umsprudelt und langsam steigt das Wasser in der Schleusenkammer. Wir steigen mit dem Wasser ca. 3m hoch, dann öffnet sich das andere Tor und wir fahren zum ersten Gästehafen. "Jetzt haben wir nur noch 57 Schleusen vor uns", so wurde uns berichtet, hat jemand in der Schleuse erzählt. An der Kaimauer machen wir fest, weil uns die Y-Boms zu schmal für Carina erscheinen. Schnell kommen wir mit der Crew eines anderen Bootes, einer Vilm 101, ins Gespräch. Sie liegen auch längsseits und sind schon seit April unterwegs, Stockholm und der Mälerensee liegen schon hinter ihnen. Die Crew der Amica, so heißt die Vilm, sind öfter hier in dieser Gegend unterwegs und abends sitzen wir auf der SY Amica und erfahren allerlei Interessantes vom Götakanal und auch zum Thema Land und Leute in Schweden.
Am Sonntag läuft die Amica aus und fährt nach Söderköping. Wir wollen später los. Doch dann heult der Wind mit 30 kn aus West und wir erfahren von einem Segler, das der Wind aus West genau in den Gästehafen von Söderköping weht und außerdem soll Söderköping total überfüllt sein. Er bleibt deshalb hier in Mem. Wir ändern unseren Plan und machen einen Hafentag in Mem.

vor der Schleuse
Schleuse
Schiffe in der Schleuse
Mem Schleuse
1. Schleuse
Es steigt

Montag, 16. Juli 2007
Heute ist ein wirklicher Sommertag, es ist warm, die Sonne scheint von einem blauen, wolkenlosen Himmel. Wir liegen im Götakanal und haben Zeit, um das alles hier zu genießen. Das ist Urlaub! Heute verholen wir uns nach Söderköping. Leinen los und alle Fender raus, die wir an Bord finden können. Leinen fürs Schleusen vorbereiten und dann genießen wir die Kanalfahrt. Es geht durchs Grüne, der Götakanal schlängelt sich, genau so wie der kleine Fluss Storan an Backbord, durch die Landschaft. Nach ein paar Meilen kommt schon die Schleuse von Söderköping in Sicht. Das Schleusenmanöver klappt reibungslos. Diesmal setzt Uwe mich vor der Schleuse ab und ich gehe zu Fuß zur Schleuse und nehme die Leinen an. Sie liegen gut vorbereitet am Bug und am Heck von Carina. Wir wählen die Steuerbordseite der Schleuse. Die Steuerbordseite ist die Schokoladenseite von Carina, da Carina eine linksdrehende Schraube hat und deshalb das Anlegen leichter fällt. Uwe wirft die Leinen hoch, ich belege beide und schon füllt sich die Schleuse mit Wasser. Carina liegt ganz still, Uwe holt die Vorleine immer gleich dicht und langsam kommt mir Carina entgegen. Sie steigt Zentimeter für Zentimeter. Dann steige ich wieder über und das Schleusentor öffnet sich. Vor uns liegt Söderköping. Es gibt Liegeplätze hinter der nächsten Schleuse und gleich vor der Schleuse. An beiden Stellen liegt man mitten in der Stadt. Vor der Schleuse ist Platz und wir entscheiden uns schnell anders und gehen vor der Schleuse längsseits. Die Leinen werden von der Crew der "Amica" entgegen genommen. Sie liegen seit gestern hier und können uns diesen Platz auch empfehlen, weil es oberhalb der Schleuse sehr voll und auch sehr laut sein soll. Nachmittags bummeln wir durch die kleine Stadt. Eine sehenswerte Stadt mit vielen Geschäften und Cafés ohne Ende. Hier in Schweden trinkt man wohl gerne im Freien einen Kaffee oder sitzt gerne draußen und isst eine Kleinigkeit. Die Stadt wird auf einer Seite durch einen felsigen, steil aufsteigenden Berg begrenzt, vor dem unmittelbar der Götakanal vorbeiführt. In der Stadt fließt der kleine Fluss "Storån", der sich durch die Stadt schlängelt. Überall gibt es Brücken und es ist kein Problem den Fluss zu überqueren. Viele alte Häuser kann man bewundern, direkt am Götakanal liegen ein paar schöne, alte Holzvillen im typisch schwedischen Stil. Abends wollen wir mit Hedda und Jürgen von der Amica zusammen grillen, wir finden einen schönen Platz direkt am Kanal ganz für uns alleine. Es ist ein schöner Abend.

Götakanal
Rathaus Söderköbing
Park Söderköbing
Grillen im Hafen
Götakanal
Söderköping
Söderköping
Grillen

 

Dienstags sind wir auch noch in Söderköping. Es gibt so viel zu sehen, die Fahrräder warten auf Bewegung und Carina auf einen Lackanstrich (Kompassrand, Süllrand).
Mittwoch haben wir Besuch aus der Heimat, Monika und Georg sind mit dem Wohnwagen hier und machen ein paar Wochen Urlaub in Schweden. Wir freuen uns sehr und bei Kaffee und Kuchen wird ausgiebig geklönt. Abends besuchen wir die Beiden auf dem Campingplatz und speisen gemütlich im Wohnwagen. Mit dem Rad geht es im Dunkeln am Kanal vorbei wieder zurück zum Schiff.

Schiff längsseits am Kai
Wohnwagen und Auto
Mann im wohnwagen
Liegeplatz
Wohnwagen
Einladung


Den Donnerstag verbringen wir auch gemeinsam hier in Söderköping. Stadtbummel, Kaffee und Kuchen, Bergsteigen, Blaubeeren werden gepflückt und abends steht grillen auf dem Programm. Schnell ist der Tag vorbei und wir machen Carina wieder klar für die Weiterfahrt auf dem Kanal, denn nach 3 Hafentagen ist an Bord nichts mehr auf seinem Platz. Wir wollen weiter nach Norsholm. Das sind dann 9 Schleusen an einem Tag, wir steigern uns.........

Bummeln
Glockenturm
Groß u. Klein
Kaffetafel
Jubi-Torte
Aufstieg
Aussicht
Filmfrau
Fit
Übermut
Söderköping
Aussichtsturm
Grillen

 

 

Freitag, 20. Juli 2007 - Norsholm
Weiter geht es von Söderköping nach Norsholm. An der Schleuse in Söderköping verabschieden wir uns vorerst von SY Amica, sie bleibt noch in Söderköping, denn es werden Gäste erwartet. Hinter der ersten Klappbrücke halten wir nach Monika und Georg Ausschau und siehe da, der Wohnwagen steht noch da. Mit einem lauten "Hallo" machen wir auf uns aufmerksam und schon erscheint Monika mit der Kamera. Die Beiden treffen wir später in Berg wieder. Dann kommt Schleuse auf Schleuse, insgesamt sind es 9 Stück bis Norsholm und einige Rollbrücken, sowie eine Dreh- und eine Klappbrücke. Die Strecke führte durch eine schöne Landschaft, quer durch ein Waldgebiet und über einen See, den Asplången. In Norsholm ist außer einem Café und einem Supermarkt nicht viel zu sehen. Wir finden einen Liegeplatz im Päckchen an der Kaimauer. Nach einem kleinen Spaziergang gehen wir früh zu Bett, wir wollen morgen die erste Schleuse um 9.oo Uhr passieren.

Campingplatz
Schleuse
immer weiter
Kanalfahrt
Gegenverkehr
Norsholm
Spiegelbild

 

Samstag, 21. Juli 2007 - Berg
Kleines Frühstück und dann will Uwe den Motor starten und nichts passiert. Wieder macht der Anlasser Probleme. Beim dritten Versuch springt der Motor an. Die erste Schleuse passieren wir, sie liegt zwischen zwei Brücken. Eine Drehbrücke und eine Klappbrücke, die Klappbrücke ist für den Zugverkehr, daher ist hier immer mit Wartezeit zu rechnen. Wir haben Glück und es dauert nicht lange, sie öffnet sich und gibt den Weg frei. Vor uns liegt der Roxen, der See liegt schon 33 Meter über dem Meeresspiegel. 14 Seemeilen fahren wir auf dem See und kommen dann an die Schleusentreppe von Berg. Es ist die größte Schleusentreppe des Götakanals mit 7 Kammern und einem Hub von 18,8 m. Wir haben fast keine Wartezeit und können nach ein paar Minuten in die erste Kammer einfahren. Den Motor lassen wir weiterlaufen, wäre zu dumm, wenn wir in einer Schleusenkammer mit einem Motorproblem liegen bleiben. Das Schleusen klappt gut, nur einmal gibt es ein kleines Problem. Das Schiff neben uns fährt gleichzeitig mit Carina in die nächste Schleusenkammer und drängt Carina zu sehr an das Schleusentor, der Kugelfender verhakt sich und bremst Carina aus. Ein lautes Knacken erschreckt mich, hoffentlich ist die Relingsstütze nicht gebrochen. Aber wir haben Glück, die Relingsstütze ist heil geblieben. Jetzt hat Carina eine Höhe von 52 m erklettert. Die Crew ist glücklich und fährt zum Liegeplatz in den Gästehafen von Berg. An einer Heckboje machen wir fest und stärken uns. Klettern ist anstrengend.

Schiff
Skipper
Schleusentreppe
Schiff in der Schleuse
Mann an Bord
See - Roxen
Skipper
Berg Treppe
Aufstieg
Draufsicht
Mann der filmt
Schiff in der Schleuse
Schleusentreppe von oben
Schiffe in der Schleuse
Mann in der Plicht
Filmen
Es brodelt
Ganz oben
Ende
geschafft

Hier im Gästehafen von Berg verbringen wir auch den Sonntag. Der Hafentag wird genutzt für Bootspflege. Während Uwe im Motorraum eintaucht, frische ich Carinas Make up auf. Am Kajütaufbau hat sich an der unteren Kante der Lack gelöst und ich mache Schadensbegrenzung, ein kompletter Anstrich steht für später auf dem Programm. Da der Anlasser wieder Probleme bereitet, überprüft Uwe die Kabel. Teile des Anlassers, die hintere Wellenabdeckung und ein Sprengring, haben sich gelöst und Uwe findet zum Glück alle Teile in der Motorbilge. Er befestige alles wieder, leider meint er, dass das nicht die Ursache unseres Problems sei. Aber eine leise Hoffnung habe ich trotzdem. Beim Probestart klappt alles perfekt, der Motor springt ohne Murren an. Nachmittags kommen Monika und Georg mit dem Fahrrad vorbei, wir spazieren zur Schleusentreppe und beobachten die Schiffe beim Schleusen. Monika und Georg sind mit dem Wohnwagen nach Borensberg gewechselt und haben dort einen schönen Platz direkt am Kanal gefunden. Wir werden morgen an ihnen vorbeifahren und im Gästehafen von Borensberg festmachen. Am Montag regnet und stürmt es und die Crew hat keine Lust zum Auslaufen und Schleusen. Mit Monika und Georg haben wir telefoniert und uns für Morgen angemeldet. Monika meinte: "Wir machen heute auch einen Faulen."

weiter geht es mit Götakanal Teil 2

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Saisonübersicht 2007