Sommer 2007 - Logbuch

Ostküste Schwedens
vom Kalmarsund bis zum Götakanal

Montag, 2. Juli 2007 - Bergkvara - Hafentag
Die Hanöbucht liegt hinter uns und wir segeln in den Kalmarsund. Eine frische Brise aus SO bringt uns rasch nach Norden. Als Hafen haben wir uns Bergkvara ausgesucht, als Tagesziel ungefähr 30 sm entfernt. Der Hafen liegt hinter ein paar vorgelagerten Inseln und ist deshalb gut geschützt. Man liegt mit Heckbojen. Es gibt auch Y-Ausleger, aber die sind alle rot gekennzeichnet. Leider sieht man hier im Norden von Schweden immer häufiger, dass die freien Boxen nicht grün gekennzeichnet werden. Schade, denn diese Segler wollen ja auch in anderen Häfen gerne eine freie (grüne) Box vorfinden. Im Umfeld gibt es einen Campingplatz, hier sind auch die Sanitäranlagen für die Segler, ebenso eine Boutique und ein Café. Sonst bietet der Hafen nicht viel. Hoffentlich können wir morgen weiter, die Windmeldung ist SO 6 - 7 später S drehend 6 abnehmend 3-4.
Dienstag, diesen Tag können wir im Logbuch streichen, Regen bis 16.00 Uhr ununterbrochen. Dabei Wind aus NO 4-5 Bft. und erst am Nachmittag dreht er auf West und weht nur noch mit 2 Bft. Hoffen wir auf besseres Wetter für morgen.

Kalmarsund
Garpen
Bergkvara
Grillplatz

Mittwoch, 4. Juli 2007 - Hafentage in Kalmar
Heute sind wir mit gutem Wind nach Kalmar gesegelt. Leider kommt auf halbem Weg viel Feuchtigkeit von oben und so mußt der Skipper alleine draußen bei Regen steuern. Das ist nun mal so auf Carina, bei Regen steht der Mann draußen und bei Sonne kommt die Frau raus. Kalmar ist eine schöne Stadt, man kann herrlich durch die Einkaufsstraßen bummeln, es gibt alte Gemäuer zu bewundern und viele schöne Straßencafés laden zum Verweilen ein. Der Hafen ist riesig und bietet viele Liegeplätze und allerhand Service. Hier liegt man an Heckbojen. Allerdings hat alles seinen Preis, 220 Kronen, das ist bis jetzt der teuerste Hafen der Saison. 170,- Liegegeld, 30,- für Strom und 20,- für W-Lan. Ein Supermarkt ist gleich gegenüber vom Hafen in einem Einkaufszentrum und so haben wir die Gelegenheit genutzt und unsere Vorräte aufgefüllt. Schon wieder ist ein Sturmtief unterwegs zu uns, es liegt noch bei Bornholm. Laut Wetterbericht haben wir morgen NW 6 -7 und viel Regen. Da bleibt Carina im Hafen. Schlecht für die Bordkasse. Aber hier gibt es auch noch viel zu sehen, der alte Stadtteil, das Schloss usw.

Dom
Turm
Liegeplatz
Einkaufsstraße
Dom Café
Dom
Västerport

Donnerstag, der Wind kommt und mit ihm der Regen und zwar wieder die ganze Nacht durch und den ganzen Tag bis 16.00 Uhr, ohne Pause. Wir nutzen diesen Hafentag für die große Wäsche, der Hafen bietet 2 Waschmaschinen und 2 Trockner. Während die Maschinen die Arbeit machen, können wir das Schloss besichtigen. Das Schloß von Kalmar ist riesig und sehr gut gepflegt. Wir bummeln durch den Stadtpark und dann zum Schloss. Von hier hat man eine tolle Aussicht auf den Kalmarsund.
Freitag
bleiben wir auch noch in Kalmar, denn der Wind weht mit 5-6 Bft aus Nord und der Wetterbericht spricht von 6-7. Wir nutzen die Zeit und schleifen und streichen und bringen Carina zum Glänzen. Dann bummeln wir bei Sonnenschein durch die Stadt und schauen uns auch die Altstadt an. Kalmar gefällt uns immer besser, gut, dass uns das Wetter hier festgehalten hat. Es ist ein Segen in Kalmar einzuwehen. Im Hafenmeisterbüro bekommen wir Rabatt, ab 3 Tage gibt es einen Nachlass. Und den bekommen wir auch noch rückwirkend, das finde ich sehr freundlich. In anderen Häfen (so zB. auf Anholt) muss man gleich für mehrere Tage bezahlen, um den Rabatt zu bekommen.


Altstadt Häuser
Bojen mit Schiffen
Schloss Kalmar
Schlossgraben
Aussicht
Theater
Altstadt
Hafen Kalmar
Kalmar Salen

Freitag, 7. Juli 2007 Hafentage in Borgholm auf Öland
Wir legen ab in Kalmar und laufen Kurs Nord, unser Ziel ist Borgholm auf der Insel Öland. Öland ist eine lang gestreckte Insel (136km lang und 16km breit) und ist mit einer Brücke bei Kalmar mit dem Festland verbunden. Berühmt wurde Öland durch seine vielen Windmühlen, erhalten sind heute noch 400 und die werden liebevoll gepflegt. Öland hat an der Südspitze eine einzigartige Kalksteppe, hier wachsen seltene Pflanzen. Dadurch hat Öland einen Reichtum an Orchideen, von den 44 verschiedenen Orchideenarten, die in Schweden wachsen, findet man 30 auf der Insel. Borgholm liegt an der Westküste und ist die einzige Stadt auf Öland. Der Hafen bietet viele gute Gastplätze und ein gutes Serviceangebot. Die Stadt besitzt eine schöne Fußgängerzone mit vielen interessanten Geschäften und netten Cafés. Leider ist das Wetter wieder nicht besonders und die vielen Möglichkeiten draußen zu sitzen, bleiben ungenutzt.

Den Sonntag verbringen wir auch noch in Borgholm, das Wetter ist miserabel, es stürmt (7Bft. aus N - NW) und seit der Nacht regnet es ununterbrochen. Ich glaube Schweden hat noch nie soviel Regen abbekommen wie in diesem Jahr. Die Nachrichten sind voll von diesen Meldungen, besonders der Süden ist betroffen, von Malmö hört man Katastrophenmeldungen. Da sind Straßen gesperrt, Busse und Bahnen können wegen Überschwemmungen nicht mehr planmäßig fahren. Warum muss das in diesem Jahr so schlimm sein. Regen ist schon doof, aber dann auch noch immer Sturm dabei. Unsere Hafentage sind bald verbraucht und dabei hatten wir so viele. Aber positiv denken, es hätte schlimmer kommen können. Immerhin sind wir schon auf Öland. Der Götakanal ist noch ca. 80 sm entfernt. Nachmittags hört der Regen endlich auf, wie schon in den letzten Tagen, der Wind weht jedoch unvermindert mit 30 kn (7 Bft.)

Brücke
Fußgängerzone
Kirche Borgholm
Park b. Hafen

 

Heute, Montag, weht der Wind nur noch mit 6 Bft. und die Sonne hat sich am späten Nachmittag auch mal kurz sehen lassen, aber auslaufen mögen wir nicht. Die See ist noch sehr bewegt und selbst hier im Hafen ist noch Seegang und Carina liegt immer noch unruhig, also Landgang. Wir wandern durch das Naturschutzgebiet zur Schlossruine. Diesen Spaziergang genießen wir, die Ruhe im Wald, kein Pfeifen und Heulen vom Wind, eine Wohltat für unsere Ohren. Denn seit 3 Tagen heult der Wind in den Masten, pfeift durch das Plichtzelt und rappelt an den Fallen. Der Wind ist zwar der Freund des Seglers, aber was zu viel ist, ist zu viel. Nun ist es erstmal genug, eine leichte Brise wäre auch mal ganz nett. Der Wetterbericht verspricht es für Morgen.

Frau im Wald
Mann auf Treppe
Burgruine
Burg
Abend im Hafen
Spaziergang
Aufwärts
Burgholm
Modell
Abends

Dienstag, 10. Juli 2007 - Oskarshamn
Endlich geht es weiter, das Wetter hat sich beruhigt und wir wollen nach Oskarshamn. Alles wäre perfekt, Wind und Sonne, dann startet Uwe den Motor und der Anlasser spinnt rum, erst der zweite Versuch ist erfolgreich. Nach der Ausfahrt aus dem Hafen setzen wir Segel und gehen auf Kurs. Zur Sicherheit lassen wir den Motor weiter laufen, damit wir auf jeden Fall mit Motor in den Hafen fahren können. Schade, mit laufendem Motor ist das Segeln nur halb so schön. Der Hafen Ernermar liegt direkt vor Oskarshamn zwischen den Schären, Natur pur. Nach dem wir am Steg mit Y-Auslegern fest sind, sehen wir einen weiteren Gästesteg mit Heckbojen. Wir verholen auf den besseren Liegeplatz mit Heckboje, denn an diesem Steg ist auch Strom vorhanden. Das Einfangen der Boje ist jetzt ein Kinderspiel, denn wir haben einen Bojenhaken gekauft. Schnell eine Kleinigkeit zum Essen zubereitet, Uwe verschwindet mit dem Kopf im Motorraum und ich gehe auf Fotosafari. Beide haben wir Erfolg, Uwe erneuert das Batteriekabel zum Anlasser und ich habe ein paar tolle Schnappschüsse von den Wildgänsen zwischen den Schären eingefangen. Uwe ist sehr zuversichtlich, dass das Kabel die Ursache des Übels war. Uwe macht mehrere Startversuche zum Testen und der Motor springt sofort an, der Anlasser hört sich gut an.

Segeln
Alt und Neu
Segel bergen
Ernemar
Liegeplatz
Natur pur
Schären
Wildgänse

Mittwoch, 11. Juli 2007 - Västervik
Heute haben wir Sonnenschein und das von einem blauen Himmel, der schwedische Sommer lässt sich sehen. Wir frühstücken und wollen schnell los, eine leichte Brise lockt uns. Unser Tagesziel liegt 40 sm weit im Norden. Dann die Ernüchterung, der Motor startet wieder erst beim zweiten Versuch. Also war es doch nicht nur das Batteriekabel, sondern der Magnetschalter oder die Batterie funktioniert nicht mehr einwandfrei. Nun läuft der Motor wieder aus Sicherheitsgründen beim Segeln mit. Schade, wir haben uns zu früh gefreut. Heute geht es in die Schärenwelt. Es ist wieder ein Erlebnis in diese Welt einzutauchen. Die See wird ruhig und wir fahren durch ein kleines Paradies. Wie immer im Leben, hat alles seinen Preis, aufmerksames Navigieren ist erforderlich! Jede Tonne und jede Bake werden registriert, damit man immer genau weiß, wo man sich befindet. Rechts und links vom Fahrwasser öffnen sich kleine Buchten, die zum Anlegen und Ankern einladen. Wir wollen weiter nach Västervik, weil wir noch Einkäufe tätigen und Diesel bunkern wollen. Västervik begrüßt uns mit einem Gewitter, doch gleich im Anschluss, noch vor dem Festmachen im Hafen, ist die Sonne wieder da. Wir liegen im Gästehafen und melden uns gleich an. Die nächste böse Überraschung, 240 Kronen Liegegeld! Das ist rekordverdächtig, nun ist Kalmar nicht mehr auf Platz 1 der Hitliste "Teuerste Hafen der Saison". Angeboten wird hier ein Pool und eine Sauna, aber rechtfertigt das diesen Preis? Sauna und gute Sanitäreinrichtungen bieten andere Häfen auch zu niedrigen Liegegeldern. Die Stadt ist sehr hübsch und bietet viele Restaurants, Eiscafé und MCDo sind auch da, leider finden wir keinen Supermarkt im Centrum. Auch die Tankstelle liegt für uns zu weit weg. Eine Bootstankstelle gibt es im Gästehafen nicht. Vielleicht in der anderen Marina? Nun haben wir das Tanken verschoben auf die nächste Gelegenheit, noch ist genug Diesel im Tank. Ein paar Einkäufe tätigen wir im Kiosk beim Hafen. W-Lan funktioniert leider nicht am Steg, der Service wird zwar angeboten, aber ich finde keinen Zugang.

skipper
kleiner Leuchtturm
Gewitterwolke
Stadtbild Västervik
Bunte Häuser
Hafenansicht
Skipper
Seezeichen
Gewitter
Västervik
bunte Reihe
Hafenansicht

Donnerstag, 12. Juli 2007 - Fyrudden
Mit Sonnenschein geht es auch heute weiter durch das Schärenparadies. Die kleinen Leuchtfeuer und die Fahrwassertonnen leiten uns durch die Schären. Auf einigen Strecken muss man den Weg nicht lange suchen, hier ist die Strecke so gut befahren, dass man sich immer an den Schiffen voraus orientieren kann. Die Schweden sprechen von der E4 auf dem Wasser. Fyrudden ist unser Ziel, es liegt kurz vor der Bucht von Söderköping, wo es dann weitergeht in den Götakanal. Wir genießen die Fahrt, einige enge Passagen erfordern volle Aufmerksamkeit, aber in Großen und Ganzen fährt es sich entspannt durch diese urige Landschaft. Fyrudden ist ein kleiner Hafen mit einem Kaufmannsladen und einer Station der schwedischen Küstenwache. Deren Sanitäranlagen dürfen auch die Segler nutzen, Toiletten 1 Krone und Duschen kostet 5 Kronen. Der Hafen ist voll belegt, aber wir haben Glück, ein Segler legt ab und wir gehen schnell in die freie Box. Im Hafen gibt es einen Fischverkaufswagen und wir kaufen geräucherten Fisch zum Abendessen ein. Morgen geht es dann zum Kanaleingang nach Mem.

Fahrwasser
Leuchttürme
Schärenparadies
Fyrudden

 

Freitag, 13. Juli 2007 - Stegeborg
Auch heute segeln wir noch weiter auf der E4 durchs Schärenparadies. Wieder weisen uns die kleinen Leuchtfeuer und die Tonnen den Weg. Hier in dieser Naturlandschaft könnte man einen ganzen Urlaub verbringen und jeden Tag in einer anderen Bucht vor Anker liegen. Aber wir wollen weiter Richtung Götakanal. Gegen 17.00 Uhr sind wir vor Stegeborg und beschließen hier über Nacht liegen zu bleiben. Es ist ein kleiner Gästehafen bei einer Schlossruine auf einer kleinen Insel mitten im Slätbaken, das ist der Fjord direkt vor Mem, wo die Einfahrt zum Götakanal ist. Wir liegen ganz friedlich und still und um uns herum ist nur Schilf. Die Insel ist zum Festland auf der einen Seite mit einer Brücke verbunden und dort wo wir weiter wollen fährt eine Seilfähre. Aber die interessiert uns erst morgen. Ein Kiosk und ein Restaurant gibt es hier auch mit einem tollen Blick über den Fjord, mit einigen hohen und steilen Felsen am Ufer. Morgen wollen wir dann nach dem Frühstück zur ersten Schleuse fahren und hoffen, dass dort nicht so viel Gedränge ist. Am Nachmittag fährt kaum noch ein Schiff am Hafen vorbei Richtung Schleuse, so wird also auch morgen kein Hochbetrieb sein.

E4
Gegenverkehr
Hochbetrieb
Stegeborg
Abends
Schlossruine

weiter mit Götakanal

Schwedenroute


Saisonübersicht 2007