Sommer 2007 - Logbuch

Dänemark Rückreise


von Anholt bis Åbenrå

Sonntag, 12. August 2007 - Anholt
Heute verlassen wir Schweden und segeln zurück ins Hotdogland. Leinen los und raus aus den Schären. Wir setzen Segel und nehmen Kurs Anholt. Der Wind steht günstig und weht mit 14 - 18kn. 50 Seemeilen liegen vor uns und wenn der Wind die Richtung behält, kommen wir ohne eine Wende nach Anholt. Außer Carina ist nur noch ein Segler unterwegs, sonst begegnen uns nur dicke Frachter. Nach 8 Stunden laufen wir in Anholt ein, nehmen eine freie Heckboje und freuen uns über die schöne Überfahrt ohne eine einzige Wende. Nun werden wir Anholt genießen.
Montag und Dienstag planen wir für Hafentage ein und erwandern die Insel. Am Strand wandere ich alleine, weil das Uwe keinen Spaß macht . Für mich ist es das Schönste an Anholt, stundenlang am Strand vorbei, immer mit den Füßen im Wasser, das Rauschen der Wellen im Ohr und ab und zu auch etwas Gischt im Gesicht.
Ab Mittwoch haben wir Sturmtage auf Anholt und so wird es auch noch weiter gehen. Denn seit Dienstag Nacht stürmt es mit 7Bft, in Boen dicke 8 (oder 25 - 32kn) aus S bis SW. An ein Auslaufen Richtung Grenå ist nicht zu denken. Der Wetterbericht macht uns erst für Sonntag Hoffnung. Warten wir es ab. Eingeweht auf Anholt habe ich mir schon immer gewünscht. Die Insel ist herrlich, der Strand ein Traum, das Wasser klar und frisch, die Landschaft lieblich wie in der Lüneburger Heide (zur Zeit blüht überall die Heide). Hier gibt es einen ganz tollen Grillplatz, der jeden Tag von uns genutzt wird. Als besonderer Service des Hafens werden jeden Tag für die Gäste die Grills angeheizt. So geht man entspannt zum Grillplatz, die Kohle ist schon glühend heiß und wartet auf das Grillgut. Sturmtage fördern die Gemeinschaft im Hafen, man kommt mit vielen Seglern ins Gespräch und trifft sich abends am Grill. Da für heute Nacht schon wieder Sturm angesagt ist, befestigt Uwe eine zweite Leine an unsere Boje. Letzte Nacht ist bei einem Schiff der Bojenhaken aufgebogen, zum Glück haben die Segler es gleich bemerkt und sind dann längsseits an den Steg gegangen. Jetzt haben wir eine "Angstleine" ausgebracht und können gut schlafen.

ohne Wende
Schauspiel
lazy days
Strand
Spielerei
Bläckföss


Auch am Donnerstag, Freitag und Samstag weht es weiter aus SW mit Spitzenwerte von 35kn. Die meiste Zeit müssen wir am Donnerstag unter Dach verbringen, düstere Wolken rasen über Anholt und bringen uns immer wieder Regen. Heute können wir nicht grillen, es gibt Lachssteaks aus der Pfanne. Im Hafen können wir frischen Fisch direkt bei den Fischern kaufen, sie haben einen kleinen Verkaufsstand. Am Freitag und Samstag ist es überwiegend sonnig, aber nicht weniger windig als an den letzten Tagen. Lazy days of Anholt.

Hafen Anholt
BojenPäckchen
Fendersuche
Nachbarn

 

Sonntag, 19. August 2007 - Grenå
Einerseits sind wir traurig, weil wir Anholt verlassen, andererseits freuen wir uns, dass der Wind jetzt aus der richtigen Richtung weht und wir weiter segeln können. 16 - 20 kn aus SO, dass hört sich gut an, wir legen ab, setzen im Hafen das Großsegel und binden gleich 2 Reffs ein. Besser gleich 2 Reffs, falls unnötig, können wir es schnell ändern. Wie sich herausstellt, ist unsere Entscheidung richtig, wir laufen mit 2 Reffs überwiegend 7kn und liegen gut in den Wellen. So macht segeln Spaß. Unser Ziel kommt schnell näher (alles relativ, wir nähern uns im Schritttempo der Küste) und nach 5 Stunden sind wir kurz vor dem Hafen. Hier wird es noch mal ungemütlich, Carina wird heftig hin und her geschaukelt. Vor Grenå steht eine unangenehme Welle. Das Geschaukele ist dann im Hafen schnell vergessen, es ist viel Platz hier, wir können uns in Ruhe eine Box aussuchen. Endlich liegen wir wieder in einer Box mit Heckpfählen, das wird eine ruhige Nacht. Der Montag ist genauso stürmisch und die Sonne lässt sich auch nicht sehen, also Hafentag.

Kattegat
Segelspass

Dienstag, 21. August 2007 - Ebeltoft
Der Wetterbericht verspricht uns 20 - 24 kn aus NO, das lockt uns und wir verlassen Grenå. Kaum aus dem Hafen machen wir schon mit beachtlichen Wellen Bekanntschaft. Und es wird nicht besser, sondern die Wellen werden immer noch größer und der Wind nimmt ständig zu. Spitzenwert 30kn (7Bft). Wir haben nur die Fock gesetzt und laufen mit 6 kn Richtung Ebeltoft. Ruhiger wird es erst in der Ebeltoftbucht. Nach reichlichem Geschaukel freuen wir uns über den ruhigen Hafen und suchen einen Liegeplatz am Schwimmsteg. Leider hat sich hier viel verändert, es werden neue Wohnungen am Hafen gebaut und deshalb musste vorerst einer der Schwimmstege weichen. Da es an dem Schwimmsteg keinen Strom gibt und man durch die Baustelle an Land muss, wechseln wir den Liegeplatz und gehen an die Kaimauer. Beim Einfahren in die Box mit starkem seitlichem Wind treiben wir auf einen Heckpfahl. Der Heckpfahl ist vierkantig und hinterlässt deshalb hässliche Spuren an unserer Scheuerleiste. So ein Pech, nun sind wir heil durch alle Schleusen des Götakanals gekommen und machen uns hier an so einem doofen Heckpfahl eine Kerbe in die Scheuerleiste. Heckpfähle sollten rund sein und nicht scharf- und vierkantig, dann wäre Carina jetzt nicht verletzt.

Mitsegler
Fischkutter
Im Kattegat
Spiegelbild Jyland
Liegeplatz Nachsaison
Heckpfähle
Altstadt

Von Mittwoch bis Mittwoch Hafentage in Ebeltoft.
Reinschiff, Einkaufen, Tanken, Faulenzen, große Wäsche, Lackieren, Bummeln, Besichtigen, Essen, Trinken, Lesen, Grillen, Wetterbericht verfluchen...........
3 - 4 Tage wollen wir bleiben und nun wird es eine ganze Woche

Schleifen
Lackieren
Bummeln
Sturmtage

Donnerstag, 30. August 2007 - Strib (Middelfart)
Nach 5 Sturmtagen (Spitze 37kn - 8Bft.) hintereinander verlassen wir den Ebeltoft Hafen und motoren Richtung Middelfart. Der Wind weht schwach und wechselt ständig, wir haben alle Richtungen von W über S auf O drehend. Die Sicht ist schlecht, es ist diesig und immer wieder nieselt es. Wir stellen den Autopiloten an und verkriechen uns unter die Sprayhood. Nach 52 sm haben wir Strib erreicht. Kaum sind alle Leinen fest, da lässt sich die Sonne sehen. Beim Abendessen in der Plicht genießen wir den Sonnenuntergang.

Sommer?
Leuchtturm Strib
Hafen Strib

 

Freitag, 31. August 2007 - Sønderborg
Heute können wir segeln, der Wind weht aus W - NW. Wir setzen die Fock und laufen 6 - 7 kn. Immer wieder kommen dunkle Regenwolken, die uns außer Regen auch viel Wind bringen. Schnell kommen wir dem Ziel näher. Vor dem Alsfjord kreuzen wir unsere Kurslinie von vor 3 Monaten. Von hier aus sind wir nach Schweden gestartet und nun schließt sich der Kreis, insgesamt 1000 sm.

Törn 2007

Aber wir wollen noch nicht nach Åbenrå, denn In Sønderborg ist heute ein Fest unter dem Motto: " For Sejl i 1000år" (Unter Segeln in 1000 Jahre). Die Info dazu haben wir von unseren dänischen Freunden Vibeke und Anders bekommen. Wir dürfen diesmal wegen der Veranstaltung nicht im Stadthafen liegen und suchen einen Liegeplatz beim Segelclub SSM vor der Klappbrücke. Hier liegen wir gut in einer Box und sind auch schnell im Stadthafen. Wir haben großen Hunger und so gibt es erstmal eine deftige Mahlzeit. Dann ein Anruf von Karin und Frank: Wo seid Ihr, wir suchen Euch im Stadthafen? Kurz danach stehen sie vor dem Schiff. Großes Wiedersehen nach 3 Monaten. Die Freude ist groß und es gibt viel zu Erzählen. Es wird ein schöner Abend.

Trübe Aussichten
wird besser
Sonnig
Als in Sicht
Sonderburg
Besuch


Am Samstag gehen wir dann mit Karin und Frank nach einem schönen Frühstück an Bord in Richtung Stadthafen. Hier ist viel los und es gibt viel zu sehen. Schöne alte Segelschiffe, alte Motoren und alte Hand-werkskunst bewundern wir. Aber den Höhepunkt des Fests erleben wir abends. Vier Segelschiffe spielen mit und setzen das ganze gut in Szene. Das Feuergefecht dieser Seeschlacht wird super nachgestellt, das Publikum ist begeistert. Wir fühlen uns in die alte Zeit versetzt. Es ist richtig dramatisch und sehr laut. Wir sehen Mündungsfeuer, Rauch und auch Einschläge im Wasser, alles perfekt inszeniert.

Alte Maschinen
Handwerk
Kulisse
Seeschlacht
Treffer
Ende


Nach einem gemeinsamen Frühstück am Sonntag fahren Karin und Frank wieder mit ihrem Reisemobil nach Hause. Wir machen nochmals einen Rundgang über die Meile und treffen dort Vibeke und Anders. Auch sie wollen wieder nach Hause, Albatros liegt seit Mittwoch schon im Stadthafen und soll nun wieder zurück zum Liegeplatz Egernsund gesegelt werden. Wir beneiden die Crew nicht, denn es weht ein eisiger Wind und auch Regen droht. Wir bleiben den Montag und auch den Dienstag in Sønderborg.

 

Mittwoch, 5. September 2007
Die Sonne scheint und wir segeln weiter nach Flensburg. Ohne einen Flensburgbesuch können wir die Saison nicht beenden. Der Wind weht aus N-NW und verändert ständig die Stärke, zwischen 15 - 25kn (4-6Bft) bringen uns schnell in die Förde. Die Flensburger Förde zeigt sich von der schönsten Seite, blaues Wasser, blauer Himmel mit kleinen weißen Wolken. In Flensburg geht Carina in eine Box vor dem Café Bellevue. Hier warten wir auf unsere Jungs, sie wollen am Wochenende ein Stück mit segeln.

Alsion
Förde
Flensburg

Freitag, 6. September 2007
Gegen Abend kommen Pamina und Jens an Bord. Tim muss noch arbeiten, ist aber zum Essen in der Hansens-Brauerei mit dabei. Auch Anders kommt noch in der Hansen-Brauerei auf ein Bier vorbei, er ist alleine an Bord, Vibeke kommt erst morgen nach Flensburg. Spät in der Nacht gehen wir wieder zum Schiff. Schnell werden die Kojen zum Schlafen bereit gemacht und dann noch ein Gute-Nacht-Bierchen getrunken.
Am Samstag
fahren wir unser Auto nach Åbenrå, Jens lässt sein Auto in Flensburg stehen. Es weht ein kräftiger NW-Wind beim Ablegen und wir binden gleich 2 Reffs ins Groß. Bei der Hafenausfahrt erwischt uns eine Regenschauer begleitet mit viel Wind. Dann lockert die Bewölkung auf und die Sonne wärmt uns. Der Wind legt aber weiter zu und so rauscht Carina durch die Förde. Mit achtlichem Wind und Welle wird das Steuern immer anstrengender und deshalb bergen wir das Groß. Bei Langballigau frischt der Wind noch mehr auf und der Windmesser zeigt 45kn (8 - 9 Bft.). Carina ist im Geschwindigkeitsrausch, die Logge zeigt als Spitze 9,2kn. Rekord verdächtigt. Alle an Bord sind froh, als wir in die Sønderborger Bucht einfahren, hier sind die Wellen erträglicher und der Wind ist nicht mehr genau von achtern. Im Hafen von Sønderborg finden wir keinen Platz an der Kaimauer und deshalb fahren wir weiter durch die Klappbrücke und nehmen eine Box beim SSM gleich hinter der Klappbrücke. Alle an Bord haben Hunger und freuen sich auf das Essen beim Mongolen. Dort gibt es ein tolles Buffet und man kann essen so viel wie man kann. Die Jungs nutzen die Möglichkeit voll aus.

Ablegen
Tim
Pamina
Jens
Böe

Speed
Wellen
verliebt
Musik
Leinen

Sonntag, 9. Sept. 2007 geht es nach einem reichhaltigen Frühstück weiter nach Åbenrå. Von hier bringen wir die Mitsegler mit dem Auto zurück nach Flensburg. Ein schönes Wochenende und wir haben es sehr genossen. Jetzt liegt Carina wieder in der Heimatbox und wird gepflegt. Auch der Anlasser wird repariert (defekte Schleifkohlen und Halterung).

 

Saisonübersicht 2007