Saison 2006

7. Teil Schweden - die Hanöbucht

 

Dienstag, 1. August 2006
Das Festland hat uns wieder. Wir laufen in Simrishamn ein und finden einen Platz am Gästesteg. Hier liegt man zwischen Y-Schwimmern an einem Schwimmsteg. Der Hafen ist noch verhältnismäßig leer, füllt sich dann aber schnell. Abends sind dann alle Plätze belegt. Uwe verletzt sich, als er die Leinen von einem Stegnachbarn übernimmt. Ein Fehltritt und er stürtzt unglücklich auf den Y-Träger. Zum Glück kein Beinbruch. Bluterguss und Prellungen erinnern Uwe mehr als eine Woche an diesen Fehltritt.
Der angegebene Hotspot im Hafen funktioniert leider nicht, man darf aber auch in dem kleinen Aufenthaltsraum, der direkt neben dem Hafenkontor liegt, mit dem Laptop ans Netzwerkkabel. Nicht so bequem wie an Bord, aber die Bordfrau freut sich trotzdem.

Steg Simrishamn
Gästesteg Simrishamn
Gågade
Lunch
Wasser 21 Grad
Strand im Abendlicht
Abendstimmung

Die Stadt bietet alles was man braucht, Bäcker, Supermärkte, Cafes, Restaurants, Shoppingmeile, Museen und einen tollen Badestrand. Das Wetter ist super, Sonne und Wind, zu viel Wind. 6 - 7 Bft. und Wellen von 2 - 3 Meter, laut Seewetterbericht. Vor der Hafeneinfahrt tobt der Wahnsinn. Das tun wir uns nicht an. Wie sagte mal jemand: "Alle Heldentaten sind schon vollbracht!" Wir bleiben im Hafen und erkunden das Umfeld. Jedenfalls so gut es geht, denn gehen kann Uwe noch nicht so gut. Deshalb ist es auch besser bei diesen Vorhersagen im Hafen zu bleiben und der Skipper kann sich von seinem Fehltritt erholen.

Hafeneinfahrt
und einer kommt
Ostseewellen

Mit dem Bus (Linie 3) fahren wir an einem der Hafentage nach Kivik. Ein kleiner Hafen mit wenigen Gast-Liegeplätzen in mitten von schöner Natur. Der kleine Ort besteht aus hübschen Häusern und es gibt eine sehr gute Räucherei. Bekannt ist Kivik durch seine Obstwiesen. Es gibt ein Haus-des-Apfels, in dem man alles über den Apfel erfährt und auch so manche Apfelkreationen probieren kann. In der Räucherei kaufen wir verschieden eingelegte Heringe und geräucherten Lachs. Den wollen wir an Bord genießen. Ein süßes kleines Cafe "Hamn-Cafe" finden wir und trinken dort einen Kaffee. Leider gibt es keinen Apfelkuchen mehr, Wienerbrod ist aber auch nicht schlecht. Der Kaffeegarten ist auf einer Wiese, jedenfalls was nach der Trockenheit noch davon übrig war.

Hafen Kivik
Wandmalerei
Kivik
Kaffeegarten

Dienstag, 8. August 2006
Nach dem sich das Wetter beruhigt hat und auch Uwes Prellungen erträglicher geworden sind, laufen wir als nächstes Ziel das 33 Seemeilen entfernte Sölvesborg an. Draußen auf See steht noch eine unangenehme Dünung, die allerdings später immer weniger wird. Durch eine lange Fahrrinne kommt man bis ins Zentrum der kleinen Stadt. Hier liegt man entweder an der Kaimauer längsseits, mit Heckbojen oder man geht an die Schwimmstege des Segelvereins, auch hier gibt es keine Heckpfähle sondern Y-Schwimmer. Obwohl Uwe eine Abneigung gegen diese Y-Dinger hat, machen wir an dem Schwimmsteg des Segelsvereins fest. Ein netter Hafenmeister heißt uns willkommen. Das Clubhaus des Vereins dürfen wir nutzen, dort befinden sich die Toiletten, Duschen und ein Aufenthaltsraum. Die Stadt gefällt uns, mit kleinen Gassen und netten Geschäften. Besonders die alte Kirche ist einen Besuch wert. Sie erhielt mit der Zeit immer neue Anbauten. Der älteste Teil stammt noch aus dem Mittelalter. Als wir in die Kirchetür öffnen, hören wir einen Chorgesang, sehr vorsichtig gehen wir hinein. Die Musik kommt aus Lautsprechern und war nicht life. Doch durch diese leise musikalische Untermalung wirkte die Kirche noch einmal so schön.

unterwegs
Kirche Sölvesborg
Liegeplatz
Marktplatz

Am ersten Tag sind wir die einzigen Gäste im Hafen. Wir liegen hier wie in einem Naturhafen und sind trotzdem gleich in der Stadt. Besser kann man nicht festmachen. Zur einen Seite wirkt der Hafen wie ein großer See, Schilf und Wald begrünen das Ufer. Auf der anderen Seite schaut man auf die ersten Häuser der Stadt.

Donnerstag, 10. August
Das Nächste Ziel ist die Insel Hanö. Mein Wunschziel für diese Saison. Eine kleine Insel in der Hanöbucht und ein Muss für jeden Segler, der hier in der Nähe segelt. Der Hafen ist sehr beliebt und daher in den Sommermonaten meistens überfüllt (zwischen 50 - 75 Schiffe sind keine Seltenheit). Wir haben Glück und finden einen Platz längsseits an der Kaimauer. 2 Segler legen noch bei CARINA an, alle anderen Päckchen bestehen nur aus 2 Schiffen. Im hinteren Bereich liegt man mit Heckanker. Entweder ist die Hauptsaison schon vorbei oder wir haben nur Glück. Der Ort bietet nicht viel, kein Kaufmann, kein Bäcker oder sonstige Geschäfte. Direkt am Hafen gibt es einen Kiosk und ein Restaurant, ansonsten nur Natur.

Hanö
Leuchtturm
Hafen Hanö

Viel Natur, die sehr ursprünglich und deshalb besonders schön ist. Die Eiszeit hat hier ihre Spuren hinterlassen, die Insel wurde vom Eis abgeschliffen. Die Insel besteht aus sehr hartem Granit. Der Höchste Punkt ist 60m hoch, dort steht der Leuchtturm, der mal der lichtstärkste der gesamten Ostsee war (Reichweite 23.5 sm). Gleich in der Nähe des Leuchtturms findet man einen englischen Friedhof, hier steht ein großes Holzkreuz. Ein englisches Geschwader war 1810 - 1812 auf Hanö stationiert, wieviele Soldaten hier beerdigt sind, weiß man nicht so genau. Das Kreuz wurde 1973 zum Gedenken an diese Soldaten errichtet. Ein Wanderweg führt durch eine offene Graslandschaft, die durch große glatt geschliffene Felsen unterbrochen wird. Der Weg ist ausgeschildert und führt vom Leuchtturm über den Friedhof zur Nordspitze "Bönsäcken". Diese Nordspitze von Hanö (Bönsäcken) verändert sich ständig durch Strom und Wellen. Sie reicht 130 m ins Meer und besteht aus Millionen so genannter Klappersteinen. Die unterschiedlichen Steine (Granit, Diabas, Quarz, Gneis) sind durch die Gletscher und die Wellen in runde glatte Formen geschliffen und im Wasser schimmern sie in vielen Farben. 1976 verschwand die Nordspitze durch einen gewaltigen Sturm, später tauchte sie wieder auf und die Freude der Inselbewohner und deren Besucher war groß. Seitdem ist Bönsäcken eine Sehenswürdigkeit.
Ein paar Fotos von meinem Abendspaziergang über die Insel

Ufer der Insel
Graslandschaft
Engl. Friedhof
     
Aussicht
Richtung Bönsäcken
Wanderweg

weiter geht es nach Karlshamn

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