Dragør
die Skipperstadt oder Lotsenstadt


Lotsenturm - Wahrzeichen der Stadt

55° 35,5 ´ N
12° 40,9 ´ E


Dragør, die kleine Stadt vor København liegt auf Seeland. Deshalb ein paar Worte zu Seeland.

Seeland, ist Dänemark größte Insel (7.031 km²) und hier befindet sich auch die Hauptstadt København. In der dänischen Sprache heißt die Insel Sjælland und bedeutete ursprünglich "Ort mit Seehunden". Heute ist sie der wirtschaftliche und politische Mittelpunkt von Dänemark. Die Beltbrücke verbindet Seeland mit der Insel Fünen und über Fünen kommt man über die Brücke bei Middelfart auf das dänische Festland Jütland. Ebenfalls gibt es einen Brückenverbindung nach Schweden, die Brücke befindet sicht bei København und heißt Öresundbrücke.

Dragør war im Mittelalter ein Marktplatz der Hansekaufleute, das war zu jener Zeit als der Hering in Mengen im Sund gefangen wurde. Als der Hering verschwand, wurde es still in Dragør. Erst im 17 Jahrhundert baute man einen richtigen Hafen, das waren die Holländer, die in Store Magleby lebten. Sie verschifften Pferde von der Hafenmole aus. Auch aus Schonen kamen viele Leute rüber nach Dragør, sie wollten keine Schweden werden. 1658 musste Dänemark Schonen an Schweden abgetreten. Die Stadt blühte auf und wurde eine bedeutende Seefahrerstadt. Heute ist es toll durch den alten Stadtteil von Dragør zu wandern. Man fühlt sich zeitversetzt in ein anderes Jahrhundert. Die vielen schmalen Gassen und das Kopfsteinpflaster lassen einen die heutige Zeit vergessen. Die meisten der gelben Häuser stehen unter Denkmalschutz, sie sind liebvoll gepflegt und hübsch anzusehen. Überall blühen im Sommer die Stockrosen an den Häusern, man geht durch blühende Gassen. Einige der Gassen sind so schmal, das nur für eine Person Platz ist. Sie haben Namen wie: Skippergangen, Fischergangen oder Smedegangen.

Südlich von Dragør liegen die Strandwiesen, sie stehen unter Naturschutz und sind die Heimat der Gänse, die so genannte Gänserepublik. Auch der Strand von Dragør befindet sich südlich des Ortes, es gibt einen langen Steg in die See und auch Umkleidekabinen.

Der Hafen liegt direkt am Fahrwasser des Öresunds. Der Hafen von Dragør war früher der zweigrößte Seefahrtsort Dänemark, 92 Segelschiffe waren hier beheimatet. Dragør ist schon seit jeher die Station der Lotsen, früher ausgeprägter als heute. Am Hafen steht noch als Denkmal der alte Lotsenturm und auch das Lotsenhaus. Dragør wurde nach dem die Blütezeit der Heringsfänge vorbei war, durch königliche Verordnung zur Lotsenstadt erklärt. Dadurch blühte die Stadt wieder auf. Und so wurden die Fischer und Seeleute ganz schnell zu Lotsen. Im Ort gibt es schöne alte Fachwerkhäuser aus dem 17 - 18 Jahrhundert und durch das alte Kopfsteinpflaster fühlt man sich schnell in die damalige Zeit versetzt. In Dragør ist die Farbe gelb stark vertreten, die meisten alten Häuser leuchten in dieser Farbe. Direkt vor dem Lotsenturm steht noch ein altes Pechhaus. Darin wurde früher der Pech für die Schiffe gekocht, er wurde zum Kalfatern und andere Decksnähte ab zudichten. Ebenso benutzten die Schiffsköche das Pechhaus im Hafen als Kochstelle. Denn wegen der Feuergefahr war das Kochen im Hafen an Bord verboten. In Dänemark gibt es noch 3 Pechhäuser die erhalten sind. Eins in Ærøskøbing, eins in Assens und das in Dragør.

Südlich vom Hafen wurde 1910 die Festungsanlage von Dragør gebaut, sie ist für Besucher geöffnet. Direkt bei der Anlage befindet sich die neue Marina. Im Wassergraben der Festungsanlage können nur kleinere Boote liegen. In der Marina gibt es Gastplätze in den grüngezeichneten Boxen. In dem alten Stadt- oder Fischereihafen liegen wir lieber, er ist nicht so steril wie eine Marina. Der Flughafen Kastrup liegt in unmittelbarer Nähe, der Lärm der startenden Flugzeuge stört ein wenig bei östlichen Winden, weil sie dann über Dragør hinwegfliegen. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Dragør in einem Supermarkt in der Nähe vom Hafen. Auch eine Tankstelle befindet sich im Ort. Im Hafen besteht auch die Möglichkeit zu tanken, wir bevorzugen allerdings immer die richtige Tankstelle. Bei der Hafentankstelle weiß man nie so genau, wie oft die Tankanlage gereinigt wird. Einen Schiffausrüster, eine Räucherei und ein Restaurant befinden sich auf dem Hafengelände. Platz finden wir hier im Hafen immer, selbst zu einer Zeit, als die Schweden hier ständig Schnaps gebunkert haben. Auch heute sieht man noch einige Schweden, die für kurze Zeit hier festmachen, Schnaps bunkern und wieder ablegen, es ist aber nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Der Alkohol ist jetzt wohl in Schweden nicht mehr so viel teurer als in Dänemark.

Einen Besuch der Hauptstadt Dänemarks kann man von Dragør aus gut machen, in 30 Minuten ist man mit dem Bus in København. Die Öresundbrücke ist von Hafen aus gut zu sehen, sie ist ein eindruckvolles Bauwerk.

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